Fäden und Fetzen

June 2nd, 2010

Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass man(n) sich aus physischen Gründen in ein T-Shirt verliebt. Ein besonders angenehmer Stoff oder ein bequemer Schnitt vielleicht. Bei mir sind es aber meistens emotionale Gründe: Ein Aufdruck, der mir besonders gut gefällt oder der mir ans Herz wächst, die Person, von der ich das Leibchen habe oder Erlebnisse und Episoden, die sich abgespielt haben, während dem ich in dem Leibchen war.

Wie mit allem was man liebt, will man auch mit dem geliebten T-Shirt möglichst oft zusammen sein. Aber leider wird durch die Liebe nur die Beziehung stärker nicht aber das T-Shirt. In meinem Kleiderschrank gibt es darum einige Lieblingsstücke, die den Laien an wenig mehr als durch Fäden und Fetzen zusammengehaltene Löcher erinnern.

Wenn der Lieblingsteddy ein Auge verlor, hat man ihn nicht früher bestimmt nicht weggeworfen. Angenommen die Grosse Liebe verlöre bei einem Autounfall drastischerweise ein Bein, würde man sie nicht in die Altkleidersammlung stecken. Dennoch gibt es Menschen, Honeybunnys, Grossmütter, Mütter, die genau das fordern: Alte T-Shirts, ungeachtet der emotionalen Bindung, in die Altkleidersammlung zu geben. „Weil’s nicht mehr schön ist.“

Zugegeben: Manche trage ich trotz der emotionalen Bindung nicht mehr so oft, zumindest nicht im öffentlichen Raum, so dass sie im Schrank relativ zur Salonfähigkeit mehr Platz brauchen als andere. Weggwerfen möchte ich sie dennoch nienienienienienie!!! Irgendwann werde ich eine Lösung finden müssen. Mein derzeitiger Favorit wäre, sie alle einzurahmen und ein Museum zu eröffnen.

Heute Abend: Muse und Editors im Wankdorf.

Die Paninifrage: 39

Mit Schirm, Charme und Melone

May 31st, 2010

Wie oft wird man vom Wetter überrascht? Ich meine wie oft ist man nicht auf das passierende Wetter vorbereitet? Ich schaue am Morgen selten aus dem Haus, weiss erst ob‘s draussen stürmt, wenn ich die Haustür zumache. Zu spät, um meine Ausrüstung dem Wetter anzupassen. T-Shirt und FlipFlops oder Pellerine und Survival-Kit?

Dass ich nicht in drei verschiedenen Städten wohne, arbeite und studiere macht es nicht einfacher, zumal das Wetter lokal begrenzt passieren kann. Im Kurzarmhemd im Schneegestöber oder mit Wollpullover unter der wolkenlos brütenden Sonne zu stehen, sind für mich darum nicht bloss Episoden aus irgendeiner TV-Serie.

Tritt man Tag und Wetter unvorbereitet wie ich entgegen, kann man nur verlieren. Mit einem alleine werde ich gerade so fertig, aber beide zusammen sind selbst an meinen guten Tagen zu stark für mich. Warum also dagegen ankämpfen, wenn die Niederlage gewiss ist?

Die bleibende Option ist Anpassung. Dabei bleiben die Regeln natürlich die gleichen: Ich bleibe unvorbereitet. Ich passe nicht meine Ausrüstung dem Wetter an, sondern meine Laune. Es gibt genug andere, die sich nur ab eitlem Sonnenschein erfreuen und die bei trübem Wetter ihre Freude am neuen Tag zu Grabe tragen. Das Haus zu verlassen ist so immer eine Freude, sei es über Sonnenstrahlen, Schneeflocken, Nebelfetzen oder Regentropfen. Die miesepetrigen Nachbarn müssen den immergrinsenden Kerl der durch den Regen tanzt für verrückt halten.

Mir bleiben die Vorteile des Verrücktseins: Ich brauche nie einen Schirm mit mir herumzutragen, meine Freude und Energie sind unabhängig von Wetter und Sonne, mir säuft im Gegenteil kein Schlechtwetterregen den Saft aus den Knochen und die Mädels lachen einfach schöner zurück, wenn man statt einer Zitronenvisage ein schelmisches Regenwettergrinsen zur Schau trägt.

Die Paninifrage: 54

Top Five: Rock Songs

May 21st, 2010

Sie ist die Mutter aller Top-5-Listen: Die Top 5 Rock Songs. Um auf die Liste zu kommen mussten die Songs ein einziges Kriterium erfüllen: Sie mussten sich in meiner CD bzw. iTunes Sammlung befinden.

Die Top 5 zu erstellen war unerwartet hart und. Ich habe mir stundenlang Songs angehört (was ich an sich sonst auch tue), Listen erstellt, Songs gestrichen, neue Listen erstellt. Am schlimmsten war aber die psychische Belastung. Ich musste mich auf fünf Songs beschränken und mich von mir ans Herz gewachsenen Songs wie The Pretender von Foo Fighters oder Apple Tree von Wolfmother verabschieden.

Und hier ist der hochkonzentrierte Tropfen meiner Top 5 (In alphabetischer Reihenfolge. Die Belastung war zu gross, als dass ich sie noch hätte ordnen können.):

Arctic Monkeys: I Bet You Look Good On The Dancefloor
Aggressiv, frech, dreckig, gradlinig. In meinen Augen repräsentiert dieser Song, was die Arctic Monkey ausmacht. Dazu ein Songtitel, der nach seinesgleichen sucht.

Feeder: Seven Days In The Sun
Feeder spielt melodiös, (g)riffig, eingängig. Die Britishe Indie-Band ist eine meiner Liebsten Bands. Seven Days In The Sun ist ein Surfer Song mit kantigen Gitarrenriffs und einer Gesangslinie mit hohem Wiedererkennungswert.

Glasvegas: Geraldine
Glasvegas’ Beitrag zum Komm-wir-machen-einen-Song-über-ein-Mädchen. Die Schotten um den ex-Fussballprofi James Allan haben sich mit ihrem erstem Album mein Herz erobert. Die epische Hymne Geraldine hat dabei kräftig mitgeholfen.

JET: Cold Hard Bitch
JET haben den Prä-Metal-Rock-Sound aus den siebziger Jahren ins heute geholt. Der Erstling holte in Australien 8fach Platin und JET wurden mit Are You Gonna Be My Girl berühmt. Trotz kommerziellem Erfolg hat sich ihre Musik nicht in Pop umgewandelt. Dieses Jahr sehe ich sie live am Gurtenfestival.

Stereophonics: My Friends
Das Intro des Songs fühlt sich an wie Lederjacken und Ray Ban-Sonnenbrillen. Auch nach dreizehn Jahren und fünf Alben auf Platz eins der UK-Charts ist der Stereophonics Sound noch immer unverkennbar. Die Musik strahlt auf mich eine direkte, unverhüllte Ehrlichkeit aus, was die Band zu einer meiner liebsten macht. Auch live am Gurten.

Die Paninifrage: 188

The Paniniquestion – La Questione dei Panini

May 19th, 2010

Meine erste Erinnerung an eine Fussballweltmeisterschaft stammt von 1990, als mir der Sohn meiner Gotte ein paar Panini-Bilder schenkte. Ich kann mich nur noch an Bebeto erinnern. Name und Bild haben sich in meine Netzhaut eingebrannt. Ein zweites, an das ich mich zu erinnern glaube, war jenes von Maradona. Allerdings könnte diese Erinnerung auch von der WM 1994 in den USA stammen: Mein erstes eigenes Album! Damals, als Alain Sutter noch cool war und Maradona positiv. Als Effenberg mit einem Finger und Stoitchkov mit einem Freistoss die Deutschen nach Hause schickten. - Und als Baggio schliesslich über das Tor schoss!

Auch an der EM ´96 (mit Bürsten-Jorge und Türkilmaz, aber ohne Sutter und Knupp) sammelte ich Fussballbilder. 1998 und 2000 liess ich aus, da die Schweiz nicht teilnahm. Richtigerweise durfte die Schweiz nicht teilnehmen. Aber wenn die Schweiz nicht teilnimmt, nehme ich auch nicht teil, selbst wenn ich dürfte, dachte ich mir.

2002 habe ich wieder gesammelt, obwohl die Schweiz nicht dabei war. Seither ringe ich jedes Mal mit mir selber, ob ich das kostspielige Vergnügen wirklich wieder in Angriff nehmen soll. Schliesslich bin ich, seit dem letzten Mal wieder zwei Jahre älter geworden.

Den gleichen Kampf auch 2010: Soll ich oder soll ich’s lassen? Sein oder nicht sein? Die Mutter aller Fragen. Die Paninifrage. La Questione dei Panini. The Paniniquestion.

Die Antwort? Ich sammle. Noch 231.

Bügelbrett-Surfer II: Lattenrost-Segler

May 17th, 2010

Als sich Dan Aykroyd mit einem Staubsauger auf dem Rücken auf die Strasse wagte, wurden die Ghostbusters weltbekannt. Der Bügelbrett-Surfer zog in den Anfängen von Lupara die Aufmerksamkeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln auf sich. Der Lattenrost-Segler wird wahrscheinlich weniger erfolgreich werden. Sein Name ist zu wenig eingängig, schon fast ein Zungenbrecher.

Ich habe mir ein neues Bett gekauft. Die Tage der butterweichen Ottos-Federmatratze auf dem Billigstbett sind gezählt. Ein Schweizer Qualitätsbett, nannte die Verkäuferin meine neue nächtliche Unterlage. Dazu gehört ein richtiger Lattenrost mit höhenverstellbarem Kopfteil, stufenlos regulierbarem Härtegrad, Düsenantrieb und Unsichtbarkeits-Modus (Phantom-Mode).

Als Övi musste ich mir für den Kilometer vom Bettgeschäft zu meiner Stadt-Loft ein Auto mieten. An der Stelle frage ich mich, ob „Bettgeschäft“ eigentlich nicht eher ein Ausdruck aus dem horizontalen Gewerbe ist. Umgekehrt betrachtet passt „horizontales Gewerbe“ genauso zum Handel mit Betten ohne Inhalt. Heilige Zweideutigkeit.
Um die Geschichte kurz zu halten: Ein Lattenrost ist grösser als man denkt. Ein anderes Auto stand nicht zur Verfügung, das alte Bett (Das, vom heutigen Standpunkt bzw. Liegepunkt betrachtet, den Namen eigentlich kaum verdient hatte.) war schon abgebaut.

Wieder einmal verhalf mir mein süchtig angehäuftes Filmwissen zu einem Geistesblitz. Dustin Hoffmann, bis zur Unkenntlichkeit geschminkt, spielte in Hook die Titelrolle und stand wahrscheinlich Vorbild, für Johnny Depp‘s Jack Sparrow. Auf der anderen Seite des Nimmerlandes fuhren die Verlorenen Jungs mit segelbestückten Skateboards um ihr Baumhaus. Segelbestückte Skateboards?

Obwohl ich in meinem Leben wohl keinen Kilometer damit gefahren bin, liegt bei mir zuhause ein Rollbrett rum. Meine Pläne, es zu einem Möbelstück umzubauen hat es bisher heil überstanden. Auf den Spuren von Rufio und Peter Pan stellte ich den Lattenrost auf das Skateboard und schob ihn quer durch die Stadt nach Hause. Segeln ging leider schlecht, weil durch die eingeschränkte Sicht und die Steuerbarkeit des Vehikels die Unfallgefahr massiv erhöhte. Die durch Passanten geschenkte Aufmerksamkeit wurde dadurch aber nicht gemindert.

Zurück zu den Ghostbusters und dem Bügelbrett-Surfer: Haushaltsgegenstände und Möbel auf unkonventionelle Art in der Öffentlichkeit zu transportieren scheint mir grosses Potential zu haben  zur attraktivsten olympischen Sportart seit Skicross zu werden.

Donnie Darko

March 3rd, 2010

Quando le donne avevano la coda war ein cineastisches  Meisterstück, ein Eckpfeiler der Filmgeschichte und ein Meilenstein in meiner Jugend. In die Top Five meiner Lieblingsfilme schafft es der Streifen jedoch nicht.

Mein Lieblingsfilm war Stranger Than Fiction von Marc Forster. Ein Hammerfilm mit einem genialen Plot. Endlich, dachte ich, als ich ihn zum ersten Mal sah, endlich ein Film ohne Happy End. Leider wurde ich Minuten später enttäuscht, als der Held doch überlebte und sein Mädchen kriegte. Trotzdem: Ich komme nicht aus dem Schwärmen heraus. Ich fand die Geschichte schlicht umwerfend und revolutionär.

Dann habe ich, endlich, Donnie Darko gesehen. Ich hatte den Film schon lange auf meiner Muss-ich-mal-schauen-Liste, aber immer wieder nach unten korrigiert. Schlicht, weil ich nicht wusste, um was es überhaupt ging.  Eigentlich schade, wieviele Jahre ich verschwendet habe, ohne diesen Film gesehen zu haben.

Am Anfang habe ich mich gefragt, warum die Macher beim Kaninchen bzw. bei dessen Kostüm gespart hatten. Dann aber zog mich der Film in seinen Bann. Ich war beeindruckt, von der Stimmungsdichte und der andauernden Spannung. Die Szenen gehen meist langsam voran und man weiss nie, was als nähstes geschieht. Donnie könnte jederzeit ausrasten und alle niedermetzeln, die ihm in die Quere kommen. Oder er erzählt Gretchen von seinen Problemem und wäre geheilt. Der Film ist schlecht einzuordnen: Ist es Horror, Suspence, Thriller, Drama oder sogar eine Komödie? Das macht ihn unberechenbar. Auch geübte Filmegucker können nicht vorhersehen, was geschieht.

Das Ende des Films fand ich schlicht genial. Ohne zuviel zu verraten: Eine unerwartete Wendung, eine Lösung, die nicht alle Fragen beantwortet und, was für mich am wichtigsten ist, kein Happy End. Donnie Darko hat definitiv meine Top Five gesprengt. Ich bin noch unschlüssig, ob er auf Platz eins oder zwei zu liegen kommt.

Trivia: Sowohl in Stranger Than Fiction als auch in Donnie Darko spielt Maggie Gyllenhaal eine Nebenrolle. Kann das Zufall sein?

Stich mit Bart

January 27th, 2010

Kürzlich habe ich den neuen Bart-Trend prophezeit: Alan aus Hangover war der Erste. Frankie Slow Down hat den Trend aufgegriffen. Das stimmte mich nachdenklich: Sollten Vollbärte auch ausserhalb von Eishockey-Playoffs wieder die Köpfe grosser Männer zieren müsste ich mitziehen. Zumindest im Rahmen meiner bartwuchsmässigen Möglichkeiten.

Noch lieber wäre ich ja voran gegangen. Doch beim voran gehen ist es so eine Sache: Man weiss nie, ob die anderen dann auch tatsächlich folgen. Da krempelt man die Ärmel nach hinten und stürzt sich in eine Schlägerein, der Unterstützung im Rücken gewiss. Doch kaum hat man dem grössten Gegner den ersten Schwinger ins Gesicht platziert, merkt man, dass sich die anderen doch noch umentschieden haben. Das ist natürlich nur ein Gedankenkonstrukt eines rein theoretischen Berserkers. In der Realität bin ich ja ganz kuschelig. Ausserdem waren Alan und Frankie ja schon vor mir da.

Aber die Bartsache hat jetzt eine neue Dimension erreicht: Sting hat den Bart auch stehen lassen! Ich habe mich immer gefragt, wie er mit einem so coolen Künstlernamen seine Band The Police nennen konnte. Wie kommt man auf die Idee seine eigene Band nach Gesetzeshütern zu benennen? Trotzdem, Sting hat keinen Schnauzer, sondern einen Bart. Nach den Kumpeltypen Alan und Frankie trägt jetzt auch Den-die-Frauen-wollen Sting Stahlwatte im Gesicht. ich sollte meine Rasierklingen wohl tatsächlich im Internet versteigern.

Eierkochen ist keine Glückssache

January 25th, 2010

Es soll ja Männer geben, die trotz abgeschlossenem Studium versuchen ein Ei in der Bratpfanne zu kochen. Noch unversehrt in der Schale.

Eigentlich mag ich gar keine Eier. Nur wenn sie zu einer Torte oder einer Mousse au Chocolat verarbeitet wurden. Trotzdem kann ich ein Ei kochen. Wie das geht möchte ich jetzt nicht verraten, sonst würde ich gegenüber jenen, die es nicht wissen einen Vorteil preisgeben. Meine Omeletten sind zwar Mangels Übung nicht immer schön rund und regelmässig dick, aber sie geben sich Mühe, wie Omeletten zu wirken. Und ich kann sogar noch andere Dinge kochen.

Grundsätzlich ist mir egal, wie gut andere Männer kochen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich davon essen muss, ist erfreulich klein. Genauso klein ist aber auch mein Verständnis für solche, die nach Abschluss des Studiums noch immer kein Ei zustande bringen. Wenn sie wenigstens wüssten wie, aber keinen Erfolg dabei haben. Aber wenn er nicht einmal weiss, wie er das anfangen sollen.

Zum Glück gibt es Internet. Da kann man nachschlagen, wie man(n) ein Ei kocht. Könnte man(n). Doch Dummheit ist stolz, so dass er einfach probiert. Anschliessend lädt er die Holde auf eine Pizza ein, weil es in der Küche nach verbranntem Öl und angekohlter Eierschale riecht. Kein Schreibfehler, er hat tatsächlich eine Freundin. Unvollstellbar.

Ideologien im Vergleich

January 18th, 2010

Ich bin am Wochenende beim Aufräumen auf einen alten Zettel gestossen. Ein Wortspiel mit Sh** und dem Inhalt diverser Religionen und Philosophien.

Taoism:  Shit happens!

Confucianism: Confucius said, shit happens!

Buddhism: If shit happens, it is not really shit.

Zen Buddhism: What is the sound of the shit happening?

Hinduism: This shit happened before.

Islam: If shit happens, it is the will of Allah.

Protestantism: Let shit happen to someone else.

Catholicism: If shit happens, then you deserve it.

Judaism: Why does this shit always happen to us?

New Age: I firm that shit does not happen to me

Atheism: I don’t believe this shit.

Rastafarianism: Let’s roll this shit up and smoke it!

Back to School

January 12th, 2010

Ein Studium in Angriff nehmen, wieder zur Schule zu gehen. Drei Jahre nach der kaufmännischen Lehre und sieben Jahre nach Abschluss der Matura die eigene Ausbildung wieder aufnehmen, fortsetzen, neu lancieren. Der Gedanke zu studieren geisterte nicht erst seit gestern in meinem Hinterkopf herum. Nicht erst seit gestern habe ich mich mit dem was und wo auseinander gesetzt. Nach langer Odyssee war ich froh, einen Studiengang gefunden zu haben, der meinen Vorstellungen entsprach. Froh war ich auch um Bambi, einen Studenten, der mir dieses Studium in wärmsten Tönen weiterempfohlen hatte.

Im September führte mein Weg also zurück in die Schulzimmer, zurück zu Lehrerinnen und Lehrern. Aus freien Stücken. Ich freute mich und war sogar bereit viel Geld dafür bezahlen.

Die Schule ist ein Glückstreffer. Ein imposanter Betonbau, der trotzdem Wärme ausstrahlt, mit verwinkelten Gängen und Stockwerken, in denen man sich auch am Ende des ersten Semesters noch verirrt. Die Wärme setzt sich in den Zimmern fort. Die Schule befindet sich zwar in Zürich, ich nehme den Weg (und der ist, für Schweizer Verhältnisse, nicht kurz) aber gerne auf mich. Schliesslich muss ich dort nicht viel Zeit verbringen. Die Schule liegt ideal, nur drei Gehminuten vom Hauptbahnhof Zürich entfernt. Sechs Minuten Zürich, dreimal die Woche, sind verkraftbar.

Die meisten Dozenten sind nicht nur Fachleute und Experten, sondern geben sich auch die Mühe, interessant und didaktisch klug zu unterrichten. Auf, dass in den Spinnweben in den leeren Schädeln der Studenten auch tatsächlich etwas hängen bleiben möge. Innert kürzester Zeit hat sich ein Sammelsurium aus Fachwissen und Anekdoten angehäuft, das ich nicht mehr missen möchte.

Zum ersten Mal sind auch die Klassenkolleginnen und –kollegen ähnlich gesinnte. Früher hatten alle Mitschüler den bisher gleichen Weg hinter sich, aber völlig verschiedene Ziele. Hier ist es anders: Jede und Jeder hat eine andere Vergangenheit, eine andere Vorbildung und übt einen anderen Beruf aus. Aber alle haben ein ähnliches Ziel und vorerst den gleichen Weg vor sich.

Hinter mir liegt ein Semester aus Erfahrungen und Erlebnissen, die ich mit Freude aufgesogen habe. “Zurück an der Uni” hat das alte Leben des Schülers und Studenten neu begonnen.