Willkommen zur sensiblen Seite von Lupara. Manche Momente im Leben drücken auf die Stimmung, lassen einen Verzweifeln, bringen zum Weinen oder machen schlicht traurig. Ein Schicksalsschlag, ein Misserfolg oder unerwiderte Liebe werfen uns im Rennen um das Lebensglück zurück. Niemand hilft dir wieder auf die Füsse. Nach einem Schlag ins Gesicht und einer harten Landung, kriegt man eher noch Fusstritte ab. Da hilft nur die Flucht in die Musik. Eine Ladung Kerzen, ein Schaumbad, Schokolade und die richtigen Songs dazu helfen beim Lecken der Wunden.
Gut möglich, dass manche Menschen tatsächlich an die heilende Wirkung von Kuschelrock-Alben glauben. Bei Nebenwirkungen übernehmen Arzt und Apotheker aber keine Verantwortung. Lupara auch nicht. Ich will hier lediglich eine Hand voll starke Songs vorstellen, die aus dem langsameren Segment stammen.
Bob Dylan: If You See Her, Say Hello
Je älter ich werde, desto mehr mag ich Bob Dylans Musik. Diesen Song habe ich zum ersten Mal in der ersten Staffel von Californication gehört. Wenig später habe ich ein Album von Bob Dylan gekauft auf dem der Song zufällig drauf ist. Eine wunderbare Geschichte über eine verlorene Liebe, aus der unverkennbaren Feder Bob Dylans.
Chantal Kreviazuk: Leaving On A Jet Plane
Auch diesen Song habe ich zuerst mit Bild kennen gelernt. Armageddon war nicht nur mein erster Film im Open Air-Kino und der erste Film, der mich zu Tränen rührte (Bruce Willis stirbt!), er hat dazu noch einen tollen Soundtrack. Leaving On A Jet Plane ist ursprünglich fast langweilig (von Peter, Paul und Mary, einer amerikanischen Version von Peter, Sue und Marc), die Version von Chantal ist um Längen bessert.
Mando Diao: Ochrasy
Ein Lied über eine Zwischenwelt, am Ende der Nacht. Nach einem Konzert oder nach einer Party, in den Dead Ends und Rattenlöchern der Städte dieser Welt, mit Nachtschwärmern und anderen fremden, eigenartigen und einzigartigen Gestalten. Ein Meisterstück, leider das bisher letzte von Mando Diao, zu finden auf Ode to Ochrasy.
Tom Waits / Scarlett Johansson: Fannin Street
Dieser Song beschreibt die Reise auf die dunkle Seite. Ein junger Mensch kommt wider aller Warnungen vom Weg ab und driftet ins Zwielicht in Form der Fannin Street in Houston. Fannin Street stammt ursprünglich vom Bluesmusiker Leadbelly, wurde von Tom Waits bekannt gemacht und von der überraschenden Stimme Scarlett Johansson’s (feat. David Bowie!) perfektioniert. Meine Lieblingszeile: “Give a man Gin / Give a man cards / Give him an inch / He takes a yard”
Travis: Before You Were Young
Als ich heute Morgen Before You Were Young hörte, liefen mir Tränen in die Augen. Er ist nicht nur mein Lieblingssong, sondern auch der, den ich innerhalb des letzten Jahres am meisten gehört habe. Dabei fand ich die Musik von Travis vor zwei Jahren noch ziemlich langweilig. Seit Ode to J Smith hat sich das geändert. Die Musik und die einzigartige, rückwärts erzählte Geschichte stützen bildlich geniale, ergreifenden Zeilen wie: “I’ll take the breath away from your sighs / And wipe the tears away from your eyes / And hope the fire never dies”.