• Top of 2011: We’re All in Love

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    Die fünf besten Alben, die ich 2010 gekauft habe.

     

    Anywhere I Lay My Head von Scarlett Johansson
    Eine gute Freundin spielte mir einen Song vor und fragte mich, ob ich die Stimmer erkenne. Seither ist dieses Album nonstop in meinen Playlists vertreten. Johanssons Stimme ist tief, bewegend, einfach, unglaublich kraftvoll, einfach unglaublich stark. Sehr passend zu den traurig-poetischen Songs von Tom Waits. Am Anfang ist es ungewohnt, aber Waits rauhe Nachdurchzechternachterstnachmittagsaufgestandenundnacheinerhalbenflaschewhiskeydirektansmikrophon-Stimme vermisst man kaum. Von solchen Sängerinnen wünsche ich mir noch mehr Musik wie Falling Down.

    The Suburbs von Arcade Fire
    Schlammschlacht am Southside Festival. Arcade Fire trat auf die Bühne und spielte die Sonne zwischen den Wolken hervor. Da mag es niemand verdenken, wenn eine emotionale Bindung entsteht. Alle zusammen teilten wir diesen kurzen Moment des Sieges gegen das schlechte Wetter. Kurz darauf erschien The Suburbs mit diesem unverwechselbare, eingängigen Sound.

    Noel Gallagher’s High Flying Birds
    Noel der Messias. Nach der Enttäuschung durch  Beady Eye, insbesondere Live, zitterte ich, als ich die Scheibe zum ersten Mal einlegte. Würde ich mich von endgültig von den Gallagher Brüdern trennen müssen? Nur noch alte Oasis-Alben wieder und wieder hören? Zum Glück nicht: High Flying Birds zeigt den Genius von Noel als Songwriter. Gitarre, voller Sound und einen Schuss Beatles.. Alles im selben Glas verrührt gab’s sogar noch ein tolles Video (If I Had A Gun…) mit Noel als Pfarrer. Anders als Oasis, aber trotzdem kool.

    Passive Me, Aggressive You von The Naked & Famous
    Auf einem Endlesspowder-TimeLapseVideo hörte ich zum ersten Mal Young Blood. Nach zehnmal hören interessierte mich, wie die Band wohl sonst noch klingt. Siehe da, ein starkes Album voller Songs mit Pfeffer. Irgendwo im Niemandsland zwischen Pop und Rock tanzbare Songs, ohne dass man dabei unkool wirken könnte.

    Take Them On, On Your Own von Black Rebell Motorcycle Club
    Irgendeine Zeitschrift schrieb eine Randnotiz über Black Rebell Motorcycle Club. Wäre der düster-klangvolle Name nicht gewesen, ich hätte die Notiz wohl weder bemerkt noch gelesen. Im Internet fand ich mehr und fiel diesem Sound zum Opfer. Schmeckt nach Leder, Tätowierungen und wilden Haaren. Aber ungefährlich, den We’re All in Love.


  • Ode an den Frühling

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    Die Sonne scheint, die Röcke steigen, die Ziegel fliegen, es ist Mai. Lupara spürt den Frühling, Pirmin wird alt. Wärme, Farben, Freude. Ein Lächeln bedeutet wieder etwas. Die Musik klingt nach Sommerabenden und die Mädchen duften nach Blumen. Nichts neues, Frühling wird es ja jedes Jahr. Aber es gibt Jahre und Frühlinge, in denen sich selbst Zyniker einen beschwingten Gang zulegen und schon früh morgens mit einem breiten Grinsen aus den Häusern schwingen.

    Der Frühling macht vieles einfacher: Die Korken rutschen leichter, Aufstehen fällt weniger schwer, die Zeit fliesst schneller und hat Freude dabei. Im Vergleich zum Winter ist es halt einfacher, wenn die anderen zurück lachen und helfen zu teilen. Gemeinsam schluckt man die Winterklösse in den Hälsen runter und lässt die Gewichte an den Füssen in Schnee und Matsch zurück. Gemeinsam tanzen, Pläne schmieden und darauf warten, dass sie wahr werden. Was würde man mehr wollen? Seid geküsst und lacht!


  • Seiten der Schönheit

     

    Sie geht gleich vor mir durch den Bahnhof. Enge schwarze Hose. Sitzt gut. Unter der braunen Lederjacke lugt ein Rest eines schwarz-weiss gestreiften T-Shirt’s hervor. Ihre rotbraunen Haare glänzen. Ihre lederne Umhängetasche hängt über der Schulter. Was besser aussieht, als wenn sie den Tragriemen über den Kopf gezogen hätte. Das machen viele, der Riemen hängt dann vorne zwischen den Brüsten.

    Schönheit hat zwei Seiten. Manche Mädchen sehen von hinten atemberaubend gut aus. Sie haben die richtige Figur, tragen die richtigen Kleider, ihre Haare glänzen. Dann gibt es Mädchen, die mit ihrem Lächeln bezaubern, deren Augen mitlachen, leuchten. Schönheit hat zwei Seiten. Eine innere Seite und eine äussere Seite. Eine vorne, eine hinten.

    Es sind diese Momente, die mich für das allmorgentliche, frühe Aufstehen entschädigen. Dieser Anblick, der mir ein Lachen entreisst, alle Geräusche ausblendet. Sie geht drei oder vier Meter vor mir durch den Bahnhof. In solchen Momenten könnte mir meine Schwester, mein bester Freund, mein Zwillingsbruder oder Cindy Crawford zuwinken, ich würde mich nicht ablenken lassen. Ich gehöre dem Mädchen vor mir, ihr ganz alleine.

    Sie biegt ab nach links. Ich muss nach rechts. Das war’s also. Es ist aus zwischen uns. Vorbei, wahrscheinlich für immer. Wenn ich ihr folgen würde, käme ich vom Weg ab, zu spät zur Arbeit. Folge ich ihr nicht, finde ich nie heraus, ob sie auch die zweite Schönheit besitzt. Sie könnte die eine sein, ich würde es nie erfahren. Andererseits, folge ich ihr und sehe sie von vorne, besteht die Gefahr, dass sie mir nicht mehr gefällt. Mein Tag wäre im Eimer. Ich hätte mit meiner Neugierde alles zerstört, was zwischen uns war. Die erotische Spannung zwischen uns würde sich im Nichts auflösen. Ich hätte unsere Beziehung mit Füssen getreten und verraten.

    Irgendwann komme ich immer an diesen Punkt, an dem ich mich entscheiden muss: Gehe ich noch ein Stück mit oder bewahre ich mir ihre eine, vollkommene, Schönheit  in meiner Erinnerung auf? Oft siegt die Neugierde.

    So auch bei der Rotbraunen. Sie hatte es nicht. Sie war nicht die eine. Wie schon sooft hätte ich es dabei belassen sollen. Doch es ist nicht alles kaputt gegangen. Diese Zeilen von ihr (bzw. über sie ) werden mir für immer bleiben.


  • Nachtrag: Top of 2010

    Ich schulde hier noch einen Nachtrag zum vorvergangenen Jahr: Die fünf besten Alben, die ich 2010 gekauft habe. Zufälligerweise haben sich mit Fran Healy (Travis), Matthew Bellamy (Muse), Tom Smith (Editors) und Sergio Pizzorno (Kasabian) ein paar Masterminds of Rock’n'Roll versammelt.

     

    The Drums von The Drums
    Zufällig bin ich an einem Openair Festival an ein Konzert von The Drums heran gelaufen, meinen Openair-Buddy Fisty im Schlepptau. Zugegeben, die Bühnenperformance der spindeldürren Buben war etwas gewöhnungsbedürftig. Aber der frische Sound, der aus den Lautsprechern sprudelte, riss uns von unserem hohen Sockel. Traurige Songs, präsentiert mit beinezuckendem Pop-Augenzwinkern. Schöne Beispiele sind Lets Go Surfing und die Ballade Down By The Water.

    West Ryder Pauper Lunatic Asylum von Kasabian
    Kasabian steht für Energie, Drive und musikalische Geniestreiche. Musik, die in die Beine geht. Musik die lebt und pulsiert. Musik zum die Nächte durchfeiern, wie die Sommerhymne Fire. Aber Musik, die auch Mal klingt wie die Beatles (Thick As Thieves) oder wie der Soundtrack zu einem Western (West Ryder Silver Bullet).

    Ode To J. Smith von Travis
    Bereits an anderer Stelle habe ich ausgeführt, dass mir Travis früher immer zu weich war. Zu schwammig, zu balladesk. Dann kam mir Ode To J. Smith in die Finger und ich habe die Ohrhörer nicht mehr rausnehmen können. Harte Drums, volle Bässe, dreckige Riffs und schnelle Soli: Travis wurde über Nacht zur Rockband. Aber auch Inhaltlich ist das Album eines der genialsten, die ich kenne: Jeder Song erzählt einen Teil einer rückwärts erzählten Geschichte. Deshalb ist es auch schwierig, einen oder zwei Songs heraus zu picken. Man muss sich das ganze Album anhören. Es beginnt mit Chinese Blues.

    Black Holes & Revelations von Muse
    Es war ein sonniger Juniabend und Muse spielte das Konzert meines Lebens. An diesem Abend war ich ein Knight Of Cydonia. Ich hatte das Album den ganzen Frühling gehört, immer im Wechsel mit The Resistance. Muse löst in mir Bilder und Geschichten aus. Epische Erzählungen von gewaltiger musikalischer Power. Ich bedanke und verneige mich (Take A Bow).

    An End Has A Start von Editors
    Keine andere Band erschafft einen Teppich von mannshoher Dicke. Die Klänge der Editors sind dunkel und schwer, wie das Gewicht der Welt (The Weight Of The World). Sie bilden um den Hörer herum eine neue Welt, einen Kokon dicht gefüllt mit flüssiger Musik. Es scheint als könne man in den Raum greifen und anfassen, was nur den Ohren zugänglich ist. Sehr schön zu hören und erleben bei When Anger Shows und meinem Lieblingsstück Smokers Outside The Hospital Doors.


  • Been there

    Americo Vespucci landet auf dem neuen Kontinent.Meine Entdeckungen bisher…

    Italien, 1986
    Spanien, 1990
    Frankreich, 1994
    Deutschland, 1995
    England, 2001
    Ägypten, 2002
    Österreich, 2002
    Mexiko, 2003
    Portugal, 2006
    Finnland, 2008
    Estland, 2008
    Bulgarien, 2009
    Lettland, 2009
    Holland, 2010
    Litauen, 2011
    Costa Rica, 2012
    Nicaragua, 2012



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