Ich war heute draussen. In der Stadt. Zweimal. Ich habe immer noch eine Gänsehaut.
Am Morgen früh zum Bahnhof. Bereits vor neun (!) waren die Gassen voller Leute. Das waren nicht nur Leute, die zur Arbeit gingen. Da waren schon welche dabei, die mit leeren Taschen beladen zu zweit oder zu dritt über ihren schlachtplanartigen Einkaufslisten brüteten.
Dann musste ich am späten Mittag noch ein paar Besorgungen machen. Keine Weihnachtseinkäufe, ich mache keine Geschenke. Wir hatten einfach keinen Käse mehr im Kühlschrank. Und ohne Käse im Kühlschrank bringen mir die Ferien nichts. Wie soll ich mich erholen, ohne Käse?
Ausserdem haben meine (Snowboard-)Handschuhe letztens gegen eine (Skischuh-)Schnalle verloren und ich will morgen in die Berge. Also habe ich die Ellenbogen angespitzt und mich wie Spiderman vor den Zug geworfen.
Wobei Zug noch untertrieben ist. Die Herdentiere benehmen sich wie Menschen, die vor dem Feuer davonrennen. Oder vor einem Rudel Wölfe. Oder Tiger. Oder Wölfe, die seit 1895 nichts mehr gegessen haben. Alle sind sie schlecht gelaunt, tun gestresst, sind unfreundlich, drängeln und schubsen und kaufen zügellos Weihnachtsgeschenke. Krank. Muss Mal bei Pharmamama nachfragen, ob sie dagegen was in ihrem Schränkchen hat.
Mir tun vorallem auch die VerkäuferInnenheerscharen leid, die im Advent Überstunden und Sonntagsverkaufschichten leisten müssen. Nur damit der Pöbel seine Verwandschaft mit hässlichen Pullovern und der allweihnachtlichen Portion Staubfänger bescheren kann. Last Minute versteht sich. Warum erhöhen die Kaufläden eigentlich nicht die Preise, je näher das Weihnachtsfest kommt?
Die Adventszeit ist ein Fluch, der morgen endet. Für ein Jahr.
Fortsetzung folgt. In einem Jahr.