Sie ist wieder da. Die Weihnachtszeit. Oder die Adventszeit. Eine Zeit, die Luparas Zyniker wieder aufleben lässt.
Mal ehrlich: Die Zeit bis Weihnachten ist so ziemlich die besch***enste Zeit des Jahres. (Die Ausdrucksweise ist zu entschuldigen, aber deren Wahrheitsgehalt und Trefflichkeit anzuerkennen.) Apèro- und Essensmarathons wechseln sich gegenseitig ab. Die Geschenkewut greift wieder um sich. Ganz zu schweigen von Weihnachtsfestplanungen: Die Durchschnitts-Patchwork-Familie müsste den ganzen Monat jeden Abend feiern, um allen Einladungen von Grosseltern, Eltern, Onkeln und Tanten, angeheirateten ebenso wie weggeschiedenen, nachzukommen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Schande über unser Geschlecht!) in Strickpullovern gehen Tag für Tag mit Nüssen und Schokolade hausierend von Büro zu Büro und verbreiten überglücklich und aufgesetzt grinsend Weihnachtsstimmung. Die künstliche Fröhlichkeit dieser, in höchsten Tönen und Lautstärken “Fröhliche Weihnachten” posaunenden, a****gesichtigen Ich-verbreite-Besinnlichkeit-im-Büro-Zombies möchte man belohnen, indem man ihnen beidfüssig ins Gesicht springt. Advent, Advent, die fröhliche Mitarbeiterin brennt.
Nicht zu vergessen, dass das “normale” Leben ja auch im Dezember stattfindet. Beziehung, Arbeit, Sport, Freunde, Kunst und vorallem Schlaf beanspruchen nach wie vor ihr angestammtes Zeitfenster. Da hilft auch nicht, dass die Konsumwirtschaft die Adventszeit Jahr für Jahr vorverlegt. Nächstes Jahr verkaufen die Grossverteiler Erdnüsse und Mandarinen bereits ab Mitte Mai.
Kommt hinzu, und das ist einer der schlimmsten Punkte, dass noch nicht einmal Schnee liegt.
Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf den 27. Dezember. Und zu Weihnachten wünsche ich mir, dass endlich jemand auf die Idee kommt das Januarloch auf Mitte Dezember vorzuverlegen. Denn spätestens nach 14 Tagen Weihnachtstimmung wünsche ich mir nichts sehnlicher, als mich an einem bedrückenden und stimmungslosen Winterblues erfreuen können.