Posts Tagged ‘Freunde’

Sturzenegger

Wednesday, January 6th, 2010

Als ich sieben oder acht Jahre alt war, musste ich schmerzhaft erfahren, wo der Unterschied zwischen Vornamen und Nachnamen liegt. An einem Mittwochnachmittag hatten wir Knirpse auf dem schiefen Fussballplatz unten im Dorf zum Fussball spielen abgemacht. Ja, abgemacht. So richtig vorher mündlich vereinbart. Und alle waren pünktlich da. Das war damals nicht wie heute, wo man zwei Tage vorher per E-Mail ankündigt, man werde am Vorabend anrufen. Trotzdem telefoniert man erst eine halbe Stunde vor dem Spiel. Pünktlich erscheinen aber nur die Hälfte. Die andere Hälfte schreibt ein SMS, sie komme später oder gar nicht.

Jedenfalls, an diesem Mittwochnachmittag, da bin ich überzeugt, war einer zu wenig. Ich bin überzeugt, dass es Mittwochnachmittag war. Dass einer zu wenig war, ist eine Tatsache, sonst hätte diese Geschichte nie stattgefunden und ich könnte sie nicht erzählen. Ich bin überzeugt, dass es Mittwochnachmittag war, weil es stark nach einer Mittwochnachmittag-Geschichte klingt und weil die Bilder in meinem Kopf eindeutig Mittwochnachmittag-Wetter zeigen. Deshalb bin ich mir so sicher. Ausserdem hatten wir Mittwochnachmittags immer schulfrei.

Weil einer zu wenig war, suchten sich die Grossen den Schwächsten aus, um den Hügel hinauf zu laufen und noch einen Spieler zu holen. Der Schwächste war ich. Ich sollte zu einem Haus hinauf laufen und den Sturzenegger holen. Wenn der käme, wären wir genug und das Spiel könnte beginnen. Ich war misstrauisch und glaubte zuerst nicht, dass der Sturzenegger dort oben wohne. Schliesslich liess ich mich aber doch überzeugen und rannte los.

Es ist noch zu sagen, ich kannte Sturzenegger. Das heisst, ich wusste, wer Sturzenegger war. Er ging mit dem ältesten Bruder meines Freundes in dieselbe Klasse. Als ich oben angelangt war, fand ich am beschriebenen Haus tatsächlich die Klingel mit dem Schild Sturzenegger. Ich klingelte und wartete. Eine Frau öffnete und ich grüsste: „Grüessech Frau Sturzenegger, kommt der Sturzenegger noch mit runter zum Fussball spielen?“

Ich habe erst begriffen, warum Frau Sturzenegger so komisch guckte, als sie fragte: „Welchen Sturzenegger meinst du?“

Ich wusste damals weder wie die Familie Sturzenegger beschaffen ist, noch wie der Sturzenegger zum Vornamen hiess. Ich bin davon gerannt und habe Mutter Sturzenegger im Türrahmen stehen lassen. Später erfuhr ich, dass der Sturzenegger noch einen grossen Bruder und einen Vater hatte.

Der Sturzenegger kam später tatsächlich noch zum Fussball spielen. Der richtige Sturzenegger. Er kannte mich natürlich nicht, denn in der Schule ist es in allen Altersstufen immer dasselbe: Die jüngeren kennen alle älteren Schüler mit Namen und sogar deren Streiche und Geschichten. Die älteren kennen die jüngeren nicht. Höchstens die aus der direkten Nachbarschaft oder jüngere Geschwister von Gleichaltrigen.

Heute weiss ich, dass Sturzenegger kein Vorname ist. Ich weiss auch, dass sowohl der Sturzenegger als auch sein Bruder und sein Vater damals vom ganzen Dorf Sturzenegger genannt wurden. Ich weiss aber bis heute nicht, ob die Leute im Dorf die Vornamen der drei Sturzeneggers kennen und ob sie wissen, von welchem Sturzenegger jeweils die Rede ist.

Silvester oder Das Ende des Jahres II

Tuesday, December 29th, 2009

Es ist doch jedes Jahr das Gleiche. Die Ewige Frage, was man am Silvesterabend machen möchte. Rauschende Party oder gemütlich zwischen Küchentisch und Sofa, kostümiert oder nicht, im Skiort oder in der Stadt, sturzbetrunken oder so, dass man sich später noch dran erinnern kann, draussen auf dem verschneiten Dorfplatz oder drinnen in der Disco, unter guten Freunden oder in der anonymen Menge, Turnhalle oder Berghütte, wild auf der Tanzfläche oder lässig, mit dem Ellenbogen auf den Bartresen gestützt. Oder doch lieber alleine mit Bier und Sandwich und um halb zwölf schlafen gehen?

Jede/r weiss, dass man sich früh überlegen soll, wo man was und mit wem tun möchte. Berghütten, Tickets und die lässigen Plätze an der Bar sind begehrt und begrenzt. Doch wer Freunde hat, hat die Qual und am Ende (schön doppeldeutig, oder nicht?) läuft es immer wieder darauf hinaus, dass man am 30. Dezember noch immer nicht weiss wohin die Reise geht.

Eines muss man dem Silvester aber lassen: Er nimmt uns Jahr für Jahr die Entscheidung ab, Wann gefeiert wird. Ein echter Gentleman, dieser Silvester.

Eine griechische Tragödie: Krieg der Weihnachtskarten

Wednesday, April 15th, 2009

Es soll Menschen geben die Weihnachtskarten verschicken.

Unter jenen gebe es solche, die die Karten kaufen, solche die sie gar selber basteln, manche schreiben von Hand, andere mit Maschine oder Computer.

In unserem Land ist die Post äusserst zuverlässig, so kommt es, dass Weihnachtskarten neben Verfasserinnen auch Empfängerinnen kennen. Und so soll es gar einige geben die sich paarweise gegenseitig mit einem Weihnachtsgruss in Kartenform bedenken. Hier treffen wir auf jene engen Freundschaften, die den Status der Unzerbrechlichkeit erreicht haben. Im Olymp der Beziehungen sind jene Freundschaften Zeus, wo man sich zu Weihnachten gegenseitig mit Karten grüsst. Und wenn Zeus grad guter Laune ist, dann werden die Weihnachtskarten auch noch gleich schriftlich bedankt.

Solche Freundschaften sind äusserst starke Bande. Sie wurden seit Jahrtausenden entwickelt, endlich und langersehnt durch den Wandelungsprozess unserer Gesellschaften hervorgebracht .

Doch, oh Graus, man stelle sich vor, was geschehe, wenn nun eine Verfasserin eine Karte, zwar selbst gebastelt und mit Liebe von Hand gestaltet, mit dem Computer schriebe, die Empfängerin die Ihre, zwar gekaufte, jedoch von Hand verfasste. Die Empfängerin greift zum mobilen Telefone und schreibt enttäuscht einige Zeilen an Ihre Freundin, ihre Partnerin in der eben noch olympisch gewähnten, unzerbrechlichen Freundschaft. Sie stellt digital die Frage, ob sie keiner Handschrift mehr würdig sei. Wie nun reagiert die Verfasserin? Nun, selbstverliebt hinblickend auf ihre handwerkliche Hingabe, stillschweigend, trotzig, sich im Recht wähnend.

Ein Jahr später wiederholt sich die Tragödie: Die Verfasserin wieder von Hand gestaltet, nicht jedoch von Hand geschrieben. Die Empfängerin, ihrerseits wieder mit handgeschriebenen, käuflich erworbenen Karten, wiederholt ihre digitale Botschaft per Mobilfunk. Trotz reicht der Handwerkerin diesmal nicht aus, das tragische Moment ist erreicht, sie kündigt innerlich die Freunschaft auf.

Zur Katastrophe kommt es erst im Sommer darauf, als sich die beiden auf einer Brücke begegnen: Die Handwerkerin kann endlich ihre angestaute Enttäuschung entladen und schildert, wie sie sich vor den Kopf gestossen fühlte. Die Mobilfunkerin steht, scheinbar gelassen, vor dem Scherbenhaufen des einst Unzerbrechlichen und spricht sinngemäss: “Ich dachte mir schon, dass es so kommen würde, als ich deine Karte erhielt.”

So geschehen, so erzählt und so erlauscht eine Woche nach Ostern.

Es soll Menschen geben, die Weihnachtskarten schreiben. Es soll Freundschaften geben, die daran zerbrechen. Es soll Menschen geben, die anderen noch Jahre danach davon erzählen. Es soll sogar Menschen geben, die darüber schreiben.

Faulenzen macht fröhlich

Tuesday, February 17th, 2009

Vergangenes Wochenende geplantes Nichtstun. Honeybunny unter den Arm geklemmt, Türe abgeschlossen, Fenster verriegelt, neue Batterien in die Fernbedienung geladen und dann auf Sofa gefläzt. Decke drüber und gut ist. Erholung pur, daneben Liebeleien mit der Liebsten, einzig unterbrochen von Gelegenheitsbesuchen bei Onkel Kühlschrank und Tante DVD-Player.

Achtundvierzig Stunden Zweisamkeit ohne die üblichen Wochenendzerstreuungen wie Familie, Freunde, Sport. Einzig Loona und Angus scharren hie und da im Käfig während wir der Sonne durchs Fenster beim Vorbeiziehen zugucken. Allerdings haben wir uns die Sonne nur vorgestellt hinter Wolkendecke, Nebel und Schneeflocken. Da jagt man keinen Hund nach raus. Und lässt erst recht niemanden rein.

Okay, wir haben uns schliesslich erbarmt und nach rund vierzig Stunden nachgegeben. Die Klopfgeräusche an Fenster und Tür waren einfach auch langsam störend. Fenster- und Türklopfen müsste man auch wie Handyklingeln ausschalten können. Aber Honeybunny und ich sind halt zwei viel zu liebe Menschen, sorgen uns immer um die Armen und Hungrigen, die draussen an der Kälte stehen müssen. Wenigstens brachten unsere Alten und Hungrigen gleich selber Kuchen mit.

So (zu zweit) alleine sein und faulenzen ist schon was feines. Die Hummeln im Hintern haben Winterschlaf und der Zappelphilipp wird in die Zwangsjacke gesteckt. Am (Montag-)Morgen danach ist man schön erholt und ausgeruht. Auch wenn es ein Montagmorgen bleibt. Trotz allem. Seither haben wir immer einen Vorrat an Fernbedienungsbatterien in der Krimskramsschublade.

Mein Central Perk

Tuesday, December 9th, 2008

Ich glaube, ich habe mein Central Perk gefunden.

Phoebe, Joey, Chandler, Ross, Rachel und Monica haben mich durch meine Jugend begleitet. Und würden es wohl noch immer tun, wenn es die Serie “Friends” noch gäbe. Durch die Jugend begleiten meine ich.

Seit meiner ersten Staffel war ich auf der Suche nach meinem eigenen Central Perk. Einem Feierabend-Lokal, wo man sich trifft, diskutiert, Spass hat und auch Mal die Nächte durchzecht. Wo man sich wohl fühlt und ausspannen kann.  Wo man Freunde und bekannte Gesichter trifft. Wo man zu hause ist. Ein harter Krieger will nach Jagd und Schlacht ja auch sein schwer verdientes Bier trinken.

Mein Central Perk heisst La Cueva. Eine kleine Bar, die eine Strasse weiter eröffnet wurde. Bier, Wein, Tequila, laute Musik, ein knappes Dutzend Barhocker, eine Bank an der Fensterfront, kleine Wandtische,  aussergewöhnlicher Barkeeper und durchgeknallte Gäste. Männerherz was willst du mehr?

Die Bar und der Krieger waren sich sofort sympathisch. Honeybunny, Catwoman, der Kapitän und der Seebär teilten die Ansicht. Entsprechend feucht und lang zog sich die Nacht.

Seither sehnsüchtige Blicke im Vorbeigehen: Die Barhocker stehen oben. Die Öffnungszeiten entsprechend leider nicht denen des Central Perk. Ein Umstand, der noch anzupassen wäre.

Zum Sport: Das Spiel ging kurz vor dem Barbesuch verloren. Entsprechend feucht und lang zog sich die Nacht.

Draussen schneit es.

Catwoman vom dritten Stock

Friday, October 24th, 2008

Halle Berry wurde von irgendeinem Magazin zur „Sexiest Woman Alive“ gewählt. Ein schöner Titel. Auch eine schöne Frau. Und eine gute Schauspielerin. Denn: Frau Berry hat einen Oskar als beste Schauspielerin zu Hause auf der Kommode stehen. Okay, es gibt ziemlich viele, die einen Oskar haben. Aber: Frau Berry hat noch einen anderen Preis zuhause. Einen, den sonst niemand hat: Für Ihre Hauptrolle im Film „Catwoman“ wurde ihr die Goldene Himbeere verliehen und als bisher einzige hat Frau Berry das Him-Berry bei der Verleihung auch in Empfang genommen. Demzufolge, ist sie offiziell die einzige Frau und der einzige Mensch, auf deren Kommode ein Oskar und eine Himbeere stehen.

Die Wohnung im dritten Stock unseres Hauses, gleich unterm Dach, dort wo es Erker und Türmchen hat, wird von einer Katzenhalterin mit Peitsche bewohnt. Catwoman.

Was sie nachts treibt, weiss ich nicht. Da gibt es diverse Gerüchte. Aber sie könnte durchaus als Rächerin durchgehen. Obwohl sie rote Haare hat und Frau Berry auch sonst nicht ähnlich sieht. Und nach Balkonstürzen nicht immer auf den Füssen landet. Aber das ist womöglich nur Tarnung und Catwoman schleicht sich Nacht für Nacht aus dem Erkerfenster um von Dach zu Dach zu springen und Bösewichte zu jagen.

Vielleicht ist sie darum meist müde, wenn sie abends bei uns klingelt: Tagsüber im Büro arbeiten und nachts die Stadt (un)sicher machen muss anstrengend sein. Dann klingelt sie und kommt auf einen Schwatz herein, lässt sich aber selten überreden ein Glas Wein zu trinken oder gar bei uns zu Abend zu essen. So sind sie, die Katzen: Schauen immer wieder bei denn Menschen in der Nachbarschaft vorbei, gehen dann aber doch wieder ihrer eigenen Wege. Und wenn ihnen die Milch zu kalt ist oder das Essen nicht passt, lassen sie es stehen.

Im Film ist Catwoman ziemlich männerfeindlich. Die Echte ist aber zumindest zu mir recht freundlich. Man muss sie einfach mögen, wenn sie einem schnurrend um die Beine streichen. Nur leider versteht sich Catwoman fast ekelerregend gut mit Honeybunny. Wie soll ich gegen so viele animalische Weiblichkeit bloss ankommen? Erst recht, wenn sie Superheldenkräfte haben?

Der Verlust eines Freundes

Monday, October 20th, 2008

Manchmal bin ich zu faul zum rasieren. Einige sagen ja, bei mir würde es reichen, eine Tür heftig zu zuknallen. Hab ich ohne Erfolg probiert. Irgendwann erreichen auch meine Stoppeln eine Länge von zehn oder zwölf Millimetern. (Obwohl bei zehn bis zwölf Millimetern spricht man wohl kaum noch von Stoppeln. Bis zu welcher Länge sind es Stoppeln?)

Genetisch bedingt ist mein Kinn leicht kantig gewachsen. So eine Mischung zwischen einer Schuhschachtel und Mickey Rourke. An der linken (aus meiner Sicht) Ecke meines Kinns wächst seit jeher ein besonderes Barthaar. Es ist dunkler und borstiger als seine Nachbarn. Wenn ich mit meinem Finger durch den Bart (wenn man das so nennen kann) fahre spüre ich es ganz deutlich. Es leistet mehr Widerstand als die anderen. Mein Che-Guevara-Barthaar. (Che Guevara ist zwar nicht direkt ein Widerstandskämpfer, aber darüber schauen wir jetzt für einmal hinweg.) Spätestens alle vierzehn Tage wurde der Widerstand jedoch durch die Rasierklinge gebrochen. Aber davon lässt sich Che Guevara nicht beeindrucken. Er wächst wieder nach.

Bis jetzt. Meine Gesichtstundra erobert wieder einmal kultivierte Gebiete zurück. Ich fahre mir also Gedanken verloren durch den Bart, als ich bemerke, dass etwas fehlt. Zuerst kann ich nicht genau bestimmen was es ist, aber dann wird mir klar, was fehlt. Che wächst nicht mehr an seiner üblichen Stelle. Er wächst scheinbar überhaupt nicht mehr. Che ist gegangen. Für mich am schlimmsten ist aber nicht, dass er sich nicht verabschiedet hat, sondern, dass ich nicht bemerkt habe dass er weg ist. Ich kann nicht sagen, seit wann Che nicht mehr Widerstand leistet. Ich habe seinen Abgang verpasst. Ich meine, ich habe natürlich viele Abgänge von ihm miterlebt. Aber den letzten, den wichtigsten habe ich verpasst.

Return of the Jedi

Wednesday, October 1st, 2008

Im September ist in Indonesien Regenzeit. Regnet ziemlich viel dort. Ich weiss das, weil meine Freunde mir das nach ihrer Heimkehr erzählt haben. Sie hatten zwei Wochen auf einer Insel draussen in der Wildnis überlebt. Aber dann war da der Regen. Der war schon während der zwei Wochen da. Jeden Tag hat es geregnet. Ich kann mir schon vorstellen, dass einem da die Überlebensfreude abhanden kommt. Trotz selbstgebasteltem Wildnis-Monopoly.

Ich habe das selber Mal erlebt. Mit der Familie in einer abgelegenen Berghütte. War toll, vierzehn Tage mit Holzheizung, ohne fliessend Wasser und Aussenklo. Am ersten Tag liessen wir Drachen steigen. Meinen selbstgebastelten Lenkdrachen. Am zweiten Tag war der kaputt, also waren wir auf einer Wanderung. Am dritten Tag hat es geregnet und wir blieben in der Hütte und spielten Brettspiele. Am vierten Tag hat es geregnet und wir blieben in der Hütte und spielten Kartenspiele. Am fünften Tag hat es auch geregnet. Wenn ich mich recht erinnere, gingen wir am siebten Tag nach Hause, als es immer noch regnete.

Dabei finde ich Regen toll: Ich habe es geliebt, mit unserem Hund durch ein Sommergewitter zu spazieren. Nie ist Einschlafen schöner, als wenn es draussen richtig schüttet. Manchmal ist es super, so richtig durchnässt zu werden. Aber nicht täglich.

Jetzt sind die drei also wieder da. (Darum auch der Titel “Return of the Jedi”. Warum Jedi? Weil’s einfach geile Krieger sind.) Und was macht man so, zur Wiedersehensfeier? Richtig: Brettspiele. Gekaufte diesmal. War ein Heidenspass, so im Trockenen. Irgendwann dann waren wir des Spielens müde. Aber irgendwer hatte plötzlich die Idee, noch eine Runde Super Mario zu spielen. Mario Kart. Und Smash Football. Die Idee war folgenschwer. Und infolge ausbleibender Wettereinflüsse, nahm die Idee auch entsprechend Zeit in Anspruch.

Nächstes Mal sollten sie auf Jakarta vielleicht versuchen eine Wildnis-Kartbahn zu bauen?

Zum Sport: Manchmal gibt es Tage, da spielt man schlecht und gewinnt trotzdem 5:3.

Männer schaffen das!

Monday, September 22nd, 2008

Neulich im Restaurant am Tisch nebenan.

Sie Eins: Glaubst du, dass dein Mann dir treu ist?
Sie Zwei: Ja, natürlich ist er treu.
Sie Eins: Bist du dir sicher?
Sie Zwei: Natürlich bin ich sicher. Ich würde meine Hand ins Feuer legen. Warum fragst du?
Sie Eins: Ach, nur so. Ich glaube mein Mann steht auf Frauen.

In meinem Inneren machte sich erst einmal Sprachlosigkeit breit.

Sprachlosigkeit von einem Ausmass, dass sie für zwei Absätze reicht.

Wie lange Sie Eins wohl schon mit Ihrem Gatten verheiratet ist? Bestimmt kannte Sie ihn schon vor der Hochzeit. Ist ja heutzutage so üblich. Die Erkenntnis, dass er “auf Frauen steht” kommt also ziemlich spät, oder? Gerne hätte ich sie gefragt, zu welchem Geschlecht sie sich selber zähle.

Die männliche Untreue ist ja ein weitverbreitetes und hartnäckiges Gerücht. Zumal das Gerücht hauptsächlich durch zwischenweibliche Konversation verbreitet wird und auch in den Medien Beachtung findet, wird es wohl kaum je erfolgreich dementiert werden können. Schuldspruch aus Mangel an Beweisen. Fremdgeh-Schlümpfe halt.

Zeit den Gegenbeweis anzutreten? Mitnichten. Dafür haben Männer keine Zeit: Sport, Bier und Sandwich, Fernsehen und Kumpels belasten unser Freizeit-Konto allzu sehr, als dass wir uns derart unwichtigem zu widmen vermöchten. Es ist an den einzelnen sich zu wehren. Das Leiden der Männerschaft in ihrer Gesamtheit hält sich dagegen in Grenzen. Sollen die Schweden doch forschen, bis sie den Gegenbeweis finden.

Leiden gehört sowieso zu den Stärken der Männer. (Das dem nicht so sei, ist auch ein Gerücht.) Zwar sind Männer schmerzempfindlicher. Aber psychologisch sind wir beinhart. Demütigende Gerüchte ertragen wir mit Leichtigkeit. Frauengespräche wie obiges ertragen wir. Barbarische Sauf- und Fressgelage. Die Reste aufessen zu müssen, von Begleiterinnen, die nur den halben Teller schaffen. Die daraus resultierende Fettleibigkeit. Sportsucht. Triebgesteuertheit. Auto- und Technikvernarrtheit *TimTaylorruftHarrHarrHarr*. Actionfilme und Western. Fäkalhumorvolle Komödien. Schenkelklopferwitze. Ertragen wir alles ohne Gegenwehr und Widerrede.
Auf Frauen zu stehen? Das schaffen wir auch noch. Mit Vergnügen. Es sei uns eine Ehre.

Ach ja, noch Sportresultate: Das Saisonstartspiel ging mit 5:10 bitter verloren.

Auf Bali gibts Internet

Thursday, September 18th, 2008

Pirmin hat eine E-Mail-Nachricht erhalten, mit dem Hinweis, dass seine Freunde nun auf Bali sind. Ganz schön traurig. Wird wohl nichts mit dem Rettungs-Such-Abenteuer. Wenigstens leben sie noch. Das ist ja auch was schönes.

Leider war die Nachricht nur sehr kurz. Nicht viele Informationen, dafür umso mehr Interpretationsspielraum. Warum sind sie nach nicht einmal 14 Tagen schon zurück in der Zivilisation? Und sogar in einem Internet-Café? Wo’s doch sogar in Österreich schwierig ist, an Internet zu kommen. Ob sie Freitag gefunden haben? Die Wahrscheinlichkeit ist wohl grösser, dass sie von Freitag gefunden wurden.

Zugegeben, da schwingt ein wenig Neid mit: Abenteuer sind was feines, fremde Länder und Urlaub sowieso. Davon gibt es in der Schweiz ja nicht viel. Urlaub kann man hier schon machen, aber Abenteuer und fremde Länder sind rar. Wäre ja paradox: ein fremdes Land in der Schweiz. Müsste schon eine Parallelwelt sein. (Oder eine virtuelle Welt? Die gibt es, das weiss ich: Die Welt von Ritterheere zum Beispiel.) Leider weiss niemand, wie man in die Parallelwelt kommt. Wär super, wenn man in der Kaffeepause schnell nach drüben gehen könnte.

Zurück zu Robinson. Robinson hatte meines Wissens in der Karibik Schiffbruch erlitten, nicht in Jakarta oder in Bali. Er hatte es also ungleich härter als Pirmins Freunde. Nicht nur weil er vor Freitag alleine war, sondern weil es in Bali mehr Bars gibt. Allerdings ist das auch ein Grund, warum man länger in Bali festsitzt, als auf einer einsamen karibischen Insel ohne Boot, ohne Flugzeug und ohne Cisalpino.