Posts Tagged ‘Fussball’

Top Five: Rock Songs

Friday, May 21st, 2010

Sie ist die Mutter aller Top-5-Listen: Die Top 5 Rock Songs. Um auf die Liste zu kommen mussten die Songs ein einziges Kriterium erfüllen: Sie mussten sich in meiner CD bzw. iTunes Sammlung befinden.

Die Top 5 zu erstellen war unerwartet hart und. Ich habe mir stundenlang Songs angehört (was ich an sich sonst auch tue), Listen erstellt, Songs gestrichen, neue Listen erstellt. Am schlimmsten war aber die psychische Belastung. Ich musste mich auf fünf Songs beschränken und mich von mir ans Herz gewachsenen Songs wie The Pretender von Foo Fighters oder Apple Tree von Wolfmother verabschieden.

Und hier ist der hochkonzentrierte Tropfen meiner Top 5 (In alphabetischer Reihenfolge. Die Belastung war zu gross, als dass ich sie noch hätte ordnen können.):

Arctic Monkeys: I Bet You Look Good On The Dancefloor
Aggressiv, frech, dreckig, gradlinig. In meinen Augen repräsentiert dieser Song, was die Arctic Monkey ausmacht. Dazu ein Songtitel, der nach seinesgleichen sucht.

Feeder: Seven Days In The Sun
Feeder spielt melodiös, (g)riffig, eingängig. Die Britishe Indie-Band ist eine meiner Liebsten Bands. Seven Days In The Sun ist ein Surfer Song mit kantigen Gitarrenriffs und einer Gesangslinie mit hohem Wiedererkennungswert.

Glasvegas: Geraldine
Glasvegas’ Beitrag zum Komm-wir-machen-einen-Song-über-ein-Mädchen. Die Schotten um den ex-Fussballprofi James Allan haben sich mit ihrem erstem Album mein Herz erobert. Die epische Hymne Geraldine hat dabei kräftig mitgeholfen.

JET: Cold Hard Bitch
JET haben den Prä-Metal-Rock-Sound aus den siebziger Jahren ins heute geholt. Der Erstling holte in Australien 8fach Platin und JET wurden mit Are You Gonna Be My Girl berühmt. Trotz kommerziellem Erfolg hat sich ihre Musik nicht in Pop umgewandelt. Dieses Jahr sehe ich sie live am Gurtenfestival.

Stereophonics: My Friends
Das Intro des Songs fühlt sich an wie Lederjacken und Ray Ban-Sonnenbrillen. Auch nach dreizehn Jahren und fünf Alben auf Platz eins der UK-Charts ist der Stereophonics Sound noch immer unverkennbar. Die Musik strahlt auf mich eine direkte, unverhüllte Ehrlichkeit aus, was die Band zu einer meiner liebsten macht. Auch live am Gurten.

Die Paninifrage: 188

The Paniniquestion – La Questione dei Panini

Wednesday, May 19th, 2010

Meine erste Erinnerung an eine Fussballweltmeisterschaft stammt von 1990, als mir der Sohn meiner Gotte ein paar Panini-Bilder schenkte. Ich kann mich nur noch an Bebeto erinnern. Name und Bild haben sich in meine Netzhaut eingebrannt. Ein zweites, an das ich mich zu erinnern glaube, war jenes von Maradona. Allerdings könnte diese Erinnerung auch von der WM 1994 in den USA stammen: Mein erstes eigenes Album! Damals, als Alain Sutter noch cool war und Maradona positiv. Als Effenberg mit einem Finger und Stoitchkov mit einem Freistoss die Deutschen nach Hause schickten. - Und als Baggio schliesslich über das Tor schoss!

Auch an der EM ´96 (mit Bürsten-Jorge und Türkilmaz, aber ohne Sutter und Knupp) sammelte ich Fussballbilder. 1998 und 2000 liess ich aus, da die Schweiz nicht teilnahm. Richtigerweise durfte die Schweiz nicht teilnehmen. Aber wenn die Schweiz nicht teilnimmt, nehme ich auch nicht teil, selbst wenn ich dürfte, dachte ich mir.

2002 habe ich wieder gesammelt, obwohl die Schweiz nicht dabei war. Seither ringe ich jedes Mal mit mir selber, ob ich das kostspielige Vergnügen wirklich wieder in Angriff nehmen soll. Schliesslich bin ich, seit dem letzten Mal wieder zwei Jahre älter geworden.

Den gleichen Kampf auch 2010: Soll ich oder soll ich’s lassen? Sein oder nicht sein? Die Mutter aller Fragen. Die Paninifrage. La Questione dei Panini. The Paniniquestion.

Die Antwort? Ich sammle. Noch 231.

Sturzenegger

Wednesday, January 6th, 2010

Als ich sieben oder acht Jahre alt war, musste ich schmerzhaft erfahren, wo der Unterschied zwischen Vornamen und Nachnamen liegt. An einem Mittwochnachmittag hatten wir Knirpse auf dem schiefen Fussballplatz unten im Dorf zum Fussball spielen abgemacht. Ja, abgemacht. So richtig vorher mündlich vereinbart. Und alle waren pünktlich da. Das war damals nicht wie heute, wo man zwei Tage vorher per E-Mail ankündigt, man werde am Vorabend anrufen. Trotzdem telefoniert man erst eine halbe Stunde vor dem Spiel. Pünktlich erscheinen aber nur die Hälfte. Die andere Hälfte schreibt ein SMS, sie komme später oder gar nicht.

Jedenfalls, an diesem Mittwochnachmittag, da bin ich überzeugt, war einer zu wenig. Ich bin überzeugt, dass es Mittwochnachmittag war. Dass einer zu wenig war, ist eine Tatsache, sonst hätte diese Geschichte nie stattgefunden und ich könnte sie nicht erzählen. Ich bin überzeugt, dass es Mittwochnachmittag war, weil es stark nach einer Mittwochnachmittag-Geschichte klingt und weil die Bilder in meinem Kopf eindeutig Mittwochnachmittag-Wetter zeigen. Deshalb bin ich mir so sicher. Ausserdem hatten wir Mittwochnachmittags immer schulfrei.

Weil einer zu wenig war, suchten sich die Grossen den Schwächsten aus, um den Hügel hinauf zu laufen und noch einen Spieler zu holen. Der Schwächste war ich. Ich sollte zu einem Haus hinauf laufen und den Sturzenegger holen. Wenn der käme, wären wir genug und das Spiel könnte beginnen. Ich war misstrauisch und glaubte zuerst nicht, dass der Sturzenegger dort oben wohne. Schliesslich liess ich mich aber doch überzeugen und rannte los.

Es ist noch zu sagen, ich kannte Sturzenegger. Das heisst, ich wusste, wer Sturzenegger war. Er ging mit dem ältesten Bruder meines Freundes in dieselbe Klasse. Als ich oben angelangt war, fand ich am beschriebenen Haus tatsächlich die Klingel mit dem Schild Sturzenegger. Ich klingelte und wartete. Eine Frau öffnete und ich grüsste: „Grüessech Frau Sturzenegger, kommt der Sturzenegger noch mit runter zum Fussball spielen?“

Ich habe erst begriffen, warum Frau Sturzenegger so komisch guckte, als sie fragte: „Welchen Sturzenegger meinst du?“

Ich wusste damals weder wie die Familie Sturzenegger beschaffen ist, noch wie der Sturzenegger zum Vornamen hiess. Ich bin davon gerannt und habe Mutter Sturzenegger im Türrahmen stehen lassen. Später erfuhr ich, dass der Sturzenegger noch einen grossen Bruder und einen Vater hatte.

Der Sturzenegger kam später tatsächlich noch zum Fussball spielen. Der richtige Sturzenegger. Er kannte mich natürlich nicht, denn in der Schule ist es in allen Altersstufen immer dasselbe: Die jüngeren kennen alle älteren Schüler mit Namen und sogar deren Streiche und Geschichten. Die älteren kennen die jüngeren nicht. Höchstens die aus der direkten Nachbarschaft oder jüngere Geschwister von Gleichaltrigen.

Heute weiss ich, dass Sturzenegger kein Vorname ist. Ich weiss auch, dass sowohl der Sturzenegger als auch sein Bruder und sein Vater damals vom ganzen Dorf Sturzenegger genannt wurden. Ich weiss aber bis heute nicht, ob die Leute im Dorf die Vornamen der drei Sturzeneggers kennen und ob sie wissen, von welchem Sturzenegger jeweils die Rede ist.

High Fidelity: Top Five 2009

Sunday, January 3rd, 2010

Inspiriert von Nick Hornbys High Fidelity und gesehen bei Loretti. Die Top 5 meiner im 2009 gekauften Alben:

1. Glasvegas von Glasvegas
Die Band wurde von dem ehemaligen schottischen Fussballspieler James Allan gegründet. Die Rockhymnen und die wummernde Basedrum haben sich in meinem Gehirn festgesetzt. Das Album ist für mich grandios und gehört in jede Sammlung.  Ich bin richtig süchtig nach Glasvegas. Insbesondere: Flowers And Football Tops, Geraldine und Go Square Go.

2. Pull The Pin von Stereophonics
Ich habe mir 2009 zwei CDs von den Stereophonics gekauft (Pull The Pin und Word Gets Around). Die Band spielt die fliessende, verzerrte und eingängig Art von Gitarrenmusik, die ich liebe. Pull The Pin ist ein bisschen härter und kriegt darum den Vorzug. Ohrgenuss mit Stone, I Could Lose Ya und Pass The Buck.

3. Limited von The Monofones
Mein alter Lehrer hat eine der besten CDs des Jahres herausgegeben. Klingt ziemlich spiessig, oder? Die Musik der Monofones ist aber alles andere als spiessig, sondern irgendwo zwischen Punk und Rockabilly. Und mein alter Deutschlehrer spielt die verzerrte Gitarre. Das Album möchte ich jedenfalls nicht mehr missen müssen. Darum habe ich mir gerade das Neue bestellt.

4. Don’t Believe The Truth von Oasis
Darauf sind Hammersongs wie The Importance Of Being Idle, Turn Up The Sun und Lyla. Letzterer ist zwar schon fast so pop(ulär), dass er von staatlichen Radiosendern gespielt werden könnte. Trotzdem bekomme ich schon vom Anfang dieses Liedes eine Gänsehaut, wenn der Bass pulsiert und Liam die ersten Zeilen ins Mikrophon ruft. Don’t Bevelieve The Truth ist das letzte Oasis-Studioalbum, das mir noch gefehlt hat.

5.The Beatles (The White Album) von The Beatles
Das Legendäre White Album musste ich unbedingt haben. Da ist von allem was dabei: Reggae, Pop, Rock und Metal. Das Album ist voller Perlen wie zum Beispiel Happiness Is A Warm GunEverybody’s Got Something To Hide Except Me And My Monkey und dem härtesten Rocksong aller Zeiten: Helter Skelter.

Mein Vorsatz fürs neue Jahr: Ich will mir die Top 5 von Loretti anhören. Vielleicht schafft es eine davon in meine Top 5 für 2010.

Am Ende gewinnt das Böse

Wednesday, September 10th, 2008

Am Ende gewinnen immer die Deutschen heisst es im Fussball. Diese Woche werde ich versuchen, das zu widerlegen. An der Fussball-Europameisterschaft der **-ämter wollen wir Schweizer diesmal gewinen. Bis Samstag dauert der Trip nach Österreich, die Gegner können sich schon Mal warm anziehen.

Am Ende gewinnt immer das Gute heisst es bei Hollywoodfilmen. (Dünn gesähte) Ausnahmen bestätigen die Regel. So in CHAOS, allerdings ist man sich am Ende gar nicht so sicher, ob jetzt das Gute oder das Böse siegt. Das allein macht den Film durchaus schon sehenswert. Die Schauspieler Jason Statham und Wesley Snipes auch.

Snipes ist der Böse. Und in dem Film sagt er: “Am Ende gewinnt das Böse.” Ich weiss nicht wie es anderen geht, aber mich irritiert es zuweilen, wenn der Bösewicht soviel Erkenntnis zeigt. Wer würde sich schon selber als “Der Böse” bezeichnen? Denkt nicht auch der Böse von sich, dass er der Gute ist?

Böse ist zwar sexy, aber es bleibt das Böse. Die dunkle Seite halt. Wenn einer (im Film) gegen den Staat ankämpft, dann ist er trotzdem der Gute, weil er für die “Gute Sache” einsteht und zum Beispiel gegen den korrupten Staat vorgeht. Wenn der Held die Weltherrschaft an sich reisst, egal wie nett er sich dem Publikum präsentiert, bleibt trotzdem der Nachgeschmack des Bösen an ihm haften. Die dunkle Seite halt.

Zugegeben: Das Böse ist heute auch nicht mehr das was es Mal war. Heutzutage tragen auch die Bösen biedere Anzüge (nichts mehr von “Bad Boys always wear Black Suits”) und zahlen Steuern. Aber keiner von Ihnen würde sich als “Böser im biederen Anzug” bezeichnen. Niemand will zu den Bösen gehören. Auch nicht wenn die am Ende gewinnen sollten?