Posts Tagged ‘Schlümpfe’

Die Angst vor der weissen Seite

Saturday, January 9th, 2010

Wir Schreiberlinge, egal wie oft, wie gut oder erfolgreich wir schreiben, kennen sie alle. Davon gehe ich aus. Die ratlose Panik, die einem befällt, wenn man vor dem leeren Dokument sitzt, digital oder aus Zellulose.

Im Computer zuhause, in der anderen Jacke, in der Agenda oder im Notizbuch hätte man doch noch so viele Ideen skizziert. Manchmal befällt mich das Gefühl sogar, wenn ich mein Notizbuch hervor nehme, um ein paar Gedanken zu sammeln und im Notizbuch für später fest zu halten. Gerade eben hatte ich doch noch eine gute Idee. Auf der Rückseite des Prospekts hatte ich gestern zwei bahnbrechende Zeilen notiert.

Aber hier sitze ich nun und schreibe statt an einer Revolution an einer angefangenen Seite über Angst. Wenigstens ist die Seite nicht mehr leer. Wie gehen die professionellen Schriftsteller wohl mit dieser Angst, dieser Ratlosigkeit um? Wie sie’s im Fernsehen tun, weiss ich von Hank Moody. Seine Lösung ist sicher attraktiv, ob sie hilft, müsste ich erst ausprobieren. Aber Hank hat eigentlich auch nicht Angst vor der weissen Seite, sondern eine Schreibblockade. Ich denke, das spielt in einer anderen Liga. Die Angst vor der weissen Seite ist gewissermassen die Angst, die weisse Seite nicht überwinden zu können und dann in eine Schreibblockade zu geraten.

Das führt zum Gedanken, ob die Angst vor der weissen Seite nicht zum Schriftstellen gehört. Macht diese Angst den Schriftsteller erst zum Schriftsteller? Gehört sie zum idealen Schriftsteller? Hätte der Schriftsteller-Schlumpf Angst vor der weissen Seite?

Einen Mord begehen…

Wednesday, June 3rd, 2009

Einen Menschen zu töten ist die Urform allen Verbrechens. Kain erschlug Abel (oder umgekehrt?) und beging damit „das erste Verbrechen“. (Ja, ja, der Apfel im Paradies wurde schon zuvor gestohlen und blabla. Einen Apfel stehlen? Wie lächerlich ist das denn?) Wobei, wenn wir schon bei der Bibel sind: War es nicht erst einige Abrahams und tausende Jahre später, als die Gedenktafeln Mose „Du sollst nicht töten.“ zum trendigen Lebensmotto machten? Somit war der Brudermord Kains noch gar kein Verbrechen, sondern Zeitvertreib?

Auch egal. Einen Menschen töten ist schlimm. (Die Betonung liegt auf Menschen: Vegetarier und Tierschützer Schnauze halten. Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause.) Jemanden zu töten ist ausserdem strafbar, egal ob Absicht, im Affekt oder aus Versehen (einfach so nebenbei im Vorbeigehen). Aus Absicht jemanden zu töten ist Mord. Schon die Absicht alleine, der Plan, jemanden zu töten ist strafbar. Wenn man also erwischt wird, bevor man es getan hat, kommt man auch in den Knast.

Lange um den heissen Brei zu schreiben sollte auch bestraft werden, drum zum Punkt: Ich versuche einen Krimi zu schreiben und da darf ein Mord natürlich nicht fehlen. Und dieser Mord will gut geplant sein, schliesslich dreht sich ein ganzes Buch um diesen Mord und dessen Aufklärung. Da hänge ich zurzeit auch fest. Ich will damit sagen, dass ich seit zwei Wochen damit beschäftigt bin einen Mord zu begehen. Ich wandere auf des Messers Schneide am Rande der Legalität.

Aber ich backe ja nur kleine Fische. Bin selber ein kleiner Fisch. Was ist aber mit all den Krimiautoren, die einen Bestseller-Krimi nach dem anderen geschrieben haben? Ausserdem ruht bestimmt noch manch unveröffentlichter Mord in deren Nachttischschublade. Wir sprechen hier von tausenden von meisterhaften Mördern, die eine Unzahl von Menschen öffentlich umgebracht haben. Klar, dass sind nur fiktive Menschen, die (meist?) auch von fiktiven Menschen getötet wurden. Dennoch haben Krimiautoren wohl die meiste Übung von allen, wenn es darum geht zu morden und diesen zu verschleiern. (Hoffentlich sinkt mit der zusätzlichen Übung die Hemmung nicht…) Krimiautoren sind sowas wie der Mörder-Schlumpf.

Als Autor hat man mehr Macht als ein Jedi: Jede einzelne Figur kann beliebig geboren, getötet, wiederbelebt und wieder umgebracht werden. Gottspielen mit den Fingerkuppen.

Ich spüre zwar die Macht, aber „mein“ Mord ist noch immer unvollendet.

Männer schaffen das!

Monday, September 22nd, 2008

Neulich im Restaurant am Tisch nebenan.

Sie Eins: Glaubst du, dass dein Mann dir treu ist?
Sie Zwei: Ja, natürlich ist er treu.
Sie Eins: Bist du dir sicher?
Sie Zwei: Natürlich bin ich sicher. Ich würde meine Hand ins Feuer legen. Warum fragst du?
Sie Eins: Ach, nur so. Ich glaube mein Mann steht auf Frauen.

In meinem Inneren machte sich erst einmal Sprachlosigkeit breit.

Sprachlosigkeit von einem Ausmass, dass sie für zwei Absätze reicht.

Wie lange Sie Eins wohl schon mit Ihrem Gatten verheiratet ist? Bestimmt kannte Sie ihn schon vor der Hochzeit. Ist ja heutzutage so üblich. Die Erkenntnis, dass er “auf Frauen steht” kommt also ziemlich spät, oder? Gerne hätte ich sie gefragt, zu welchem Geschlecht sie sich selber zähle.

Die männliche Untreue ist ja ein weitverbreitetes und hartnäckiges Gerücht. Zumal das Gerücht hauptsächlich durch zwischenweibliche Konversation verbreitet wird und auch in den Medien Beachtung findet, wird es wohl kaum je erfolgreich dementiert werden können. Schuldspruch aus Mangel an Beweisen. Fremdgeh-Schlümpfe halt.

Zeit den Gegenbeweis anzutreten? Mitnichten. Dafür haben Männer keine Zeit: Sport, Bier und Sandwich, Fernsehen und Kumpels belasten unser Freizeit-Konto allzu sehr, als dass wir uns derart unwichtigem zu widmen vermöchten. Es ist an den einzelnen sich zu wehren. Das Leiden der Männerschaft in ihrer Gesamtheit hält sich dagegen in Grenzen. Sollen die Schweden doch forschen, bis sie den Gegenbeweis finden.

Leiden gehört sowieso zu den Stärken der Männer. (Das dem nicht so sei, ist auch ein Gerücht.) Zwar sind Männer schmerzempfindlicher. Aber psychologisch sind wir beinhart. Demütigende Gerüchte ertragen wir mit Leichtigkeit. Frauengespräche wie obiges ertragen wir. Barbarische Sauf- und Fressgelage. Die Reste aufessen zu müssen, von Begleiterinnen, die nur den halben Teller schaffen. Die daraus resultierende Fettleibigkeit. Sportsucht. Triebgesteuertheit. Auto- und Technikvernarrtheit *TimTaylorruftHarrHarrHarr*. Actionfilme und Western. Fäkalhumorvolle Komödien. Schenkelklopferwitze. Ertragen wir alles ohne Gegenwehr und Widerrede.
Auf Frauen zu stehen? Das schaffen wir auch noch. Mit Vergnügen. Es sei uns eine Ehre.

Ach ja, noch Sportresultate: Das Saisonstartspiel ging mit 5:10 bitter verloren.

Männer können nichts dafür!!

Wednesday, September 3rd, 2008

Herzlich willkommen in der Absolution liebe Geschlechtsgenossen. Den Schweden (wiedereinmal, nach der Entdeckung Amerikas, Unihockey, Wicki und die Starken Männer und Wickipedia) sei Dank.

Heute morgen gut versteckt auf Seite 10 der Pendlerzeitung: Gene bestimmen Beziehungsfähigkeit. Eine Stockholmer Studie hat Männer auf ein Gen untersucht, dass männliche Wühlmäuse beeinflusst, ob sie monogam leben oder nicht. Und siehe da: Männer die dieses Gen haben, werden von sich selbst und Ihrer Partnerin als wenig beziehungsfähig bezeichnet. Ein Hang/Drang zum enet dem Zaun grasen wurde ebenfalls bestätigt. Wer dieses Gen hat, kann also nichts dafür: Diese Männer sind wie der Fremdgeh-Schlumpf: Sie wurden dafür geschaffen.

Erwartet nicht von mir, dass ich jetzt sage: Heureka, legt los liebe Freunde! Nein, man bedenke: Träger dieses Gens sind arme Kerle. Sie können sich gar nicht frei entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit besagt, dass sie über kurz oder lang fremdgehen MÜSSEN. Sich dagegen zu wehren bringt nichts, bei aller Willensstärke. Ein ziemlich hartes Erbe. Eine neue Form von Rassismus wird aufkommen: Gen-Rassismus. Männer, mit diesem Gen dürfen nicht mehr frei herumlaufen, sondern werden zwangsweise zuhause monogam gehalten.

Auch unter Männern werden es Fremdgehgener schwer haben. Freunde zu finden wird beinahe unmöglich. Wie sollen ihre Kumpel ihnen je vertrauen? Wohlwissend, dass sie über kurz oder lang einen polygamischen Anfall haben werden und dann unvermeidbar auch nach des Nebenmannes Liebsten schielen werden?

Ein Lob nach Stockholm, für so viel wertvolle wissenschaftliche Arbeit. Hingegen hätte man über eine Veröffentlichung des Resultats besser hinwegsehen sollen. Es gibt einfach Dinge, die der Mensch besser nicht weiss.

Pirmin Frechdachs

Rambo-Schlumpf und Dosenravioli

Thursday, August 28th, 2008

Gestern Mittag beim Pizza-Imbiss liefen die Schlümpfe im Fernsehen. Hassan, Musti und Kisismet, meine türkischstämmigen Pizza-Bäcker haben mich ausgelacht deswegen (Nein, in diesem Imbiss gibts nur Pizza und Pasta, kein Döner). Zum ersten Mal seit ich dort esse, haben sie mir die Fernbedienung ausgehändigt. Aber ich war schon in die Handlung vertieft und schaute trotz Spot und Hohn weiter.

Als ich klein war, hab ich zwar nicht oft Schlümpfe geguckt, aber mir war so, als gäbe es etwa 10 verschiedene Schlümpfe: Papa Schlumpf, Schlaubi, den Schlaf-Schlumpf, Schlumpfine, den Koch-Schlumpf, den Herkules-Schlumpf, den Alchimisten-Schlumpf und den Narzisten-Schlumpf mit der Blume am Hut. Nun habe ich gemerkt, dass es auch noch einen Opa Schlumpf und eine Oma Schlumpf gibt und ausserdem einige Schlumpf-Kinder. Und den Tarzan-Schlumpf und noch etwa ein halbes Dutzend weitere Schlümpfe, die ich nicht kannte. Einen Spezial-Schlumpf für jeden denkbaren Beruf bzw Charakterzug. Bestimmt gibts auch einen Rambo- oder Terminator-Schlumpf. Oder den Porno-Schlumpf.

Ist ja auch in der echten Welt so: für alles gibt es heute Hilfsmittel: angefangen beim Kartoffelschäler über Akkuschrauber *TimTaylorruftHarrHarrHarr*, Navigationsgerät, Pulsmesser, Erinnerungsfunktion, kühlender Auto-Getränkehalter und Kleider-Faltbrett aus der TV-Werbung (ist im Fall voll nützlich und praktisch): für jede Alltagsnische gibts ein Gerät oder eine Handy-Funktion. Einige sind super (siehe Faltbrett), einige nerven total (Blinklicht im Kühlschrank, wenn die Tür zu lange offen bleibt) und andere sind völlig überflüssig und dienen höchstens der Verblödung der Menschenheit (Nagelschere mit Sicherheitsabstandhalter).

Dabei geht die Fähigkeit für Lösungsfindung und vernetztes Denken verloren und wir enden wie die Neandertaler. Hab gestern gelesen, die waren nicht blöd, nur zu tolpatschig um ihre Werkzeuge richtig anzuwenden. Bald weiss kein Mensch mehr wie man eine Dose Ravioli ohne vollautomatischen Dosenöffner (der die Dose natürlich gleich entettikettiert, zerlegt und flachdrückt) öffnet und wir werden alle elendiglich verhungern. Der Homo SMS geht vor die Hilfsmittel.

Apropos Nagelschere: Mir ist aufgefallen, dass Maniküre wieder Mal dran wäre. Hab mir gerade eine Erinnerung ins Handy gepflanzt: Heute Abend Nägelschneiden. Hmm… ich könnte eigentlich auch den Nagelscheren-Schlumpf bestellen. Oder den Ninja-Schlumpf. Oder den Jedi-Ritter-Schlumpf. Nägelschneiden mit dem Laserschwert!!