Posts Tagged ‘Schnee’

Mit Schirm, Charme und Melone

Monday, May 31st, 2010

Wie oft wird man vom Wetter überrascht? Ich meine wie oft ist man nicht auf das passierende Wetter vorbereitet? Ich schaue am Morgen selten aus dem Haus, weiss erst ob‘s draussen stürmt, wenn ich die Haustür zumache. Zu spät, um meine Ausrüstung dem Wetter anzupassen. T-Shirt und FlipFlops oder Pellerine und Survival-Kit?

Dass ich nicht in drei verschiedenen Städten wohne, arbeite und studiere macht es nicht einfacher, zumal das Wetter lokal begrenzt passieren kann. Im Kurzarmhemd im Schneegestöber oder mit Wollpullover unter der wolkenlos brütenden Sonne zu stehen, sind für mich darum nicht bloss Episoden aus irgendeiner TV-Serie.

Tritt man Tag und Wetter unvorbereitet wie ich entgegen, kann man nur verlieren. Mit einem alleine werde ich gerade so fertig, aber beide zusammen sind selbst an meinen guten Tagen zu stark für mich. Warum also dagegen ankämpfen, wenn die Niederlage gewiss ist?

Die bleibende Option ist Anpassung. Dabei bleiben die Regeln natürlich die gleichen: Ich bleibe unvorbereitet. Ich passe nicht meine Ausrüstung dem Wetter an, sondern meine Laune. Es gibt genug andere, die sich nur ab eitlem Sonnenschein erfreuen und die bei trübem Wetter ihre Freude am neuen Tag zu Grabe tragen. Das Haus zu verlassen ist so immer eine Freude, sei es über Sonnenstrahlen, Schneeflocken, Nebelfetzen oder Regentropfen. Die miesepetrigen Nachbarn müssen den immergrinsenden Kerl der durch den Regen tanzt für verrückt halten.

Mir bleiben die Vorteile des Verrücktseins: Ich brauche nie einen Schirm mit mir herumzutragen, meine Freude und Energie sind unabhängig von Wetter und Sonne, mir säuft im Gegenteil kein Schlechtwetterregen den Saft aus den Knochen und die Mädels lachen einfach schöner zurück, wenn man statt einer Zitronenvisage ein schelmisches Regenwettergrinsen zur Schau trägt.

Die Paninifrage: 54

Silvester oder Das Ende des Jahres II

Tuesday, December 29th, 2009

Es ist doch jedes Jahr das Gleiche. Die Ewige Frage, was man am Silvesterabend machen möchte. Rauschende Party oder gemütlich zwischen Küchentisch und Sofa, kostümiert oder nicht, im Skiort oder in der Stadt, sturzbetrunken oder so, dass man sich später noch dran erinnern kann, draussen auf dem verschneiten Dorfplatz oder drinnen in der Disco, unter guten Freunden oder in der anonymen Menge, Turnhalle oder Berghütte, wild auf der Tanzfläche oder lässig, mit dem Ellenbogen auf den Bartresen gestützt. Oder doch lieber alleine mit Bier und Sandwich und um halb zwölf schlafen gehen?

Jede/r weiss, dass man sich früh überlegen soll, wo man was und mit wem tun möchte. Berghütten, Tickets und die lässigen Plätze an der Bar sind begehrt und begrenzt. Doch wer Freunde hat, hat die Qual und am Ende (schön doppeldeutig, oder nicht?) läuft es immer wieder darauf hinaus, dass man am 30. Dezember noch immer nicht weiss wohin die Reise geht.

Eines muss man dem Silvester aber lassen: Er nimmt uns Jahr für Jahr die Entscheidung ab, Wann gefeiert wird. Ein echter Gentleman, dieser Silvester.

Das Ende der Adventszeit

Wednesday, December 23rd, 2009

Ich war heute draussen. In der Stadt. Zweimal. Ich habe immer noch eine Gänsehaut.

Am Morgen früh zum Bahnhof. Bereits vor neun (!) waren die Gassen voller Leute. Das waren nicht nur Leute, die zur Arbeit gingen. Da waren schon welche dabei, die mit leeren Taschen beladen zu zweit oder zu dritt über ihren schlachtplanartigen Einkaufslisten brüteten.

Dann musste ich am späten Mittag noch ein paar Besorgungen machen. Keine Weihnachtseinkäufe, ich mache keine Geschenke. Wir hatten einfach keinen Käse mehr im Kühlschrank. Und ohne Käse im Kühlschrank bringen mir die Ferien nichts. Wie soll ich mich erholen, ohne Käse?
Ausserdem haben meine (Snowboard-)Handschuhe letztens gegen eine (Skischuh-)Schnalle verloren und ich will morgen in die Berge. Also habe ich die Ellenbogen angespitzt und mich wie Spiderman vor den Zug geworfen.

Wobei Zug noch untertrieben ist. Die Herdentiere benehmen sich wie Menschen, die vor dem Feuer davonrennen. Oder vor einem Rudel Wölfe. Oder Tiger. Oder Wölfe, die seit 1895 nichts mehr gegessen haben. Alle sind sie schlecht gelaunt, tun gestresst, sind unfreundlich, drängeln und schubsen und kaufen zügellos Weihnachtsgeschenke. Krank. Muss Mal bei Pharmamama nachfragen, ob sie dagegen was in ihrem Schränkchen hat.

Mir tun vorallem auch die VerkäuferInnenheerscharen leid, die im Advent Überstunden und Sonntagsverkaufschichten leisten müssen. Nur damit der Pöbel seine Verwandschaft mit hässlichen Pullovern und der allweihnachtlichen Portion Staubfänger bescheren kann. Last Minute versteht sich. Warum erhöhen die Kaufläden eigentlich nicht die Preise, je näher das Weihnachtsfest kommt?

Die Adventszeit ist ein Fluch, der morgen endet. Für ein Jahr.
Fortsetzung folgt. In einem Jahr.

Das Ende des Sommers

Tuesday, December 15th, 2009

In einem Geschichtsbuch aus dem Jahre 2400: „Am 15. Dezember 2009 ging Lupara wieder auf Sendung.“

Oder so. Der heutige Tag ist perfekt, um die Lupara-Sommerpause zu beenden. Draussen ist es eiskalt, es riecht nach Schnee …und es ist nicht Montag! Damit ist ab heute nicht mehr Sommer sondern Winter. Definitiv. Per meiner Definition. Punkt.

Warum die lange Sommerpause? Naja… Lupara hatte sich mit lästigem Spam rumzuschlagen. Lupara wollte den Blog neu gestalten. Aber Floneur hatte nicht immer Zeit. Dann hat sich Lupara erfolglos in HTML probiert. Und einige Schritte in WordPress versucht. Und auf der ganzen Linie versagt.

Aber: Die neue, schönere Seite wird kommen. Bestimmt. Irgendwann. Von wegen aufgeschoben und aufgehoben und so. Ausserdem schwirren mir noch andere wirre Ideen durch den Kopf. Aber dazu ein anderes Mal mehr. Will nicht jetzt schon alles Pulver verschiessen.

Euer Pirmin.

Winter auf dem Zeppelin

Tuesday, February 3rd, 2009

“Der Herbst ist die beste Zeit, um Nekrologe zu schreiben; die Zeit des Welkens, des Trauerns, der Suche nach dem Vergangenen. Der Winter dagegen ist eine gute Zeit fürs Leben, er ist an sich fröhlicher mit seinem erfrischenden Frost und dem in der Sonne glitzernden Schnee.

 Picknick auf dem Eis- Andrej Kurkow

Auf der Suche nach dem treffenden Wort für die winterliche Kälte traf ich wie im Vorbeigehen Herrn Kurkow. Oder er traf mich. Mitten ins Gesicht.

“Frische” lautet das gesuchte Wort. Die trockene winterliche Kälte hier ist erfrischend. Sie ist nicht feucht und lässt sich mit üblicher Kleidung genügend abhalten, geht nicht durch Mark und Bein. Frisch, fröhlich, frostig ist der schöne Winter.

Eine gute Zeit fürs Leben. Mit einem Zeppelin fröhlich über frostigen Pulverschnee gleitet, das ist Leben. Kurve um Kurve ein Genuss. Nach der Freude die Müdigkeit in den zufriedenen Gliedern, den warmen Tee in den Händen, das Glitzern in den erinnernden Augen.

Kurkows Held kommt ist ein gescheiterten  Schreiberling in der winterlichen Ukraine, der für eine Zeitung Nachrufe auf Personen des öffentlichen Lebens schreibt, noch bevor diese gestorben sind. Ein tristes vegetierendes Dasein, einzig durchbrochen durch Mischa, seinen Pinguin. Als die Hauptpersonen seiner Arbeit beginnen, kurz nach Fertigstellung der Nekrologe zu sterben, deckt der Held eine Verschwörung auf, muss aber schliesslich fliehen. An den Südpol. Aber ohne den Pinguin. In die Kälte. Ins Leben?

Der Winter, die Kälte bringt uns Schnee und Freude, Pinguine und Tristesse. So ist das Leben: Freud und Leid, Schnee, aber auch ein Haufen Pinguine.

Wird Zeit, dass es wieder einmal schneit.

Mein Central Perk

Tuesday, December 9th, 2008

Ich glaube, ich habe mein Central Perk gefunden.

Phoebe, Joey, Chandler, Ross, Rachel und Monica haben mich durch meine Jugend begleitet. Und würden es wohl noch immer tun, wenn es die Serie “Friends” noch gäbe. Durch die Jugend begleiten meine ich.

Seit meiner ersten Staffel war ich auf der Suche nach meinem eigenen Central Perk. Einem Feierabend-Lokal, wo man sich trifft, diskutiert, Spass hat und auch Mal die Nächte durchzecht. Wo man sich wohl fühlt und ausspannen kann.  Wo man Freunde und bekannte Gesichter trifft. Wo man zu hause ist. Ein harter Krieger will nach Jagd und Schlacht ja auch sein schwer verdientes Bier trinken.

Mein Central Perk heisst La Cueva. Eine kleine Bar, die eine Strasse weiter eröffnet wurde. Bier, Wein, Tequila, laute Musik, ein knappes Dutzend Barhocker, eine Bank an der Fensterfront, kleine Wandtische,  aussergewöhnlicher Barkeeper und durchgeknallte Gäste. Männerherz was willst du mehr?

Die Bar und der Krieger waren sich sofort sympathisch. Honeybunny, Catwoman, der Kapitän und der Seebär teilten die Ansicht. Entsprechend feucht und lang zog sich die Nacht.

Seither sehnsüchtige Blicke im Vorbeigehen: Die Barhocker stehen oben. Die Öffnungszeiten entsprechend leider nicht denen des Central Perk. Ein Umstand, der noch anzupassen wäre.

Zum Sport: Das Spiel ging kurz vor dem Barbesuch verloren. Entsprechend feucht und lang zog sich die Nacht.

Draussen schneit es.

Nikolaus und die Bösen Kinder

Saturday, December 6th, 2008

Jedes Jahr am Abend des 6. Dezember besucht ein Hausierer jede kindergesegnete Familie. Mit schweren Stiefeln, einem roten Bademantel und ungepflegter Gesichtsbehaarung geht er um, lockt Kinder mit Nüssen, Früchten und Süssigkeiten und steckt einige der Kinder in einen Sack. Kindesentführung in einer gesellschaftlich tolerierten Form. Denn: Der furchteinflössende Entführer mit dem dicken Bauch hat jeden Ungehorsam und jede Bösartigkeit der Kinder in einem dicken Buch registriert. Er nimmt nur die bösen Kinder mit sich. Somit ein Wohltäter für die gebeutelten Eltern.

Allerdings tauchen die bösen Kinder wieder auf. Meist an der Spitze politischer Parteien, weltmächtiger Industrienationen oder monopolsüchtiger Wirtschaftsgiganten. Diesem Umstand ist Lupara auf den Grund gegangen und hat eine weltweite Verschwörung aufgedeckt.

(Gerüchte besagen, dass die Untersuchungen mit ein Grund für die einmonatige Stille um Lupara waren: Der Umfang der Untersuchung bündelte alle Kräfte und die aufgedeckte Geheimorganisation ist so gefährlich, dass Lupara untertauchen musste.)

Jener Bärtige, der sich selber Samichlaus oder St. Nikolaus nennt, ist, man glaubt es kaum, ein Top-Terrorist. Die eingesackten bösen Kinder werden am Nordpol in einem Trainingscamp ausgebildet. Dieses Camp ist hervorragend getarnt: Durch Radar und Spürhunde nicht zu orten und für Satelliten fast unauffindbar. (Die bisher einzigen Satellitenbilder sind spurlos verschwunden. Der Satellit gehörte der amerikanischen Regierung.) Zwar gelang es einigen verdeckt ermittelnden Geheimagenten bis ins Camp vorzudringen, Ihnen wurde jedoch in überzeugenster Weise eine Spielzeugmanufaktur vorgegaukelt. Die Berichte schildern unisono von kleinen zipfelmützigen Handwerkern, die pädagogisch wertvolle Holzspielzeuge herstellen. (Hier hätten die Geheimdienste doch stutzig werden müssen: Welches Kind spielt heute noch mit Holzspielzeugen?)

In Wahrheit ist das nur Fassade. Die Bösen Kinder werden ausgebildet in Wahlmanipulation, Ausbeutung von Umwelt und Menschheit, Wirtschaftsbetrug und Verbreitung von populistischem und Gedankengut. Man spricht von schleichendem oder scheinlegalem Terrorismus.

Es wird davon ausgegangen, dass der Terroristenführer Nikolaus, was wohl nur ein Deckname ist, verwandt ist mit jenem Terroristen, der sein jenem Tag im September 2001 in aller Munde ist. Die Ähnlichkeit ist unübersehbar, abgesehen von der Farbe des Bartes.
Der Vorteil der Organisation Böse Kinder liegt darin, dass die betriebene Form des Terrorismus bestehendes Recht und Strukturen ausnutzt und so Ihre Attentäter in immer machtvollere Positionen hievt. Die Attentate verlaufen indes genauso: Steuererhöhungen, Sozialabbau, Deregulierung der Wirtschaft.

Ausserdem sind Nikolaus und die Bösen Kinder im Stande sich anzupassen, so hat das Oberhaupt der Terrorganisation seinen ursprünglich weissen Bademantel einst gegen einen roten eingetauscht, weil rot der Farbe eines beherrschten Getränkegiganten entspricht, welcher im Auftrag der Bösen Kinder die Zuckerabhängigkeit und Fettleibigkeit der Menschheit fördert.

Der Welt bleibt nur auf die Erlösung durch die Guten Kinder zu warten. Der Tag wird kommen, an dem eines von Ihnen aufsteht, über Nüsse und Mandarinen hinwegsieht und dem Nikolaus an den Bart geht. Advent, Advent, der Nikolaus brennt.

Zum Sport: Heute Abend ein schwieriges und entscheidendes Spiel. Noch immer kein Schnee.

Advent, Advent

Monday, December 1st, 2008

Sie ist wieder da. Die Weihnachtszeit. Oder die Adventszeit. Eine Zeit, die Luparas Zyniker wieder aufleben lässt.

Mal ehrlich: Die Zeit bis Weihnachten ist so ziemlich die besch***enste Zeit des Jahres. (Die Ausdrucksweise ist zu entschuldigen, aber deren Wahrheitsgehalt und Trefflichkeit anzuerkennen.) Apèro- und Essensmarathons wechseln sich gegenseitig ab. Die Geschenkewut greift wieder um sich. Ganz zu schweigen von Weihnachtsfestplanungen: Die Durchschnitts-Patchwork-Familie müsste den ganzen Monat jeden Abend feiern, um allen Einladungen von Grosseltern, Eltern, Onkeln und Tanten, angeheirateten ebenso wie weggeschiedenen, nachzukommen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Schande über unser Geschlecht!) in Strickpullovern gehen Tag für Tag mit Nüssen und Schokolade hausierend von Büro zu Büro und verbreiten überglücklich und aufgesetzt grinsend Weihnachtsstimmung. Die künstliche Fröhlichkeit dieser, in höchsten Tönen und Lautstärken “Fröhliche Weihnachten” posaunenden, a****gesichtigen Ich-verbreite-Besinnlichkeit-im-Büro-Zombies möchte man belohnen, indem man ihnen beidfüssig ins Gesicht springt. Advent, Advent, die fröhliche Mitarbeiterin brennt.
Nicht zu vergessen, dass das “normale” Leben ja auch im Dezember stattfindet. Beziehung, Arbeit, Sport, Freunde, Kunst und vorallem Schlaf beanspruchen nach wie vor ihr angestammtes Zeitfenster. Da hilft auch nicht, dass die Konsumwirtschaft die Adventszeit Jahr für Jahr vorverlegt. Nächstes Jahr verkaufen die Grossverteiler Erdnüsse und Mandarinen bereits ab Mitte Mai.
Kommt hinzu, und das ist einer der schlimmsten Punkte, dass noch nicht einmal Schnee liegt.

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf den 27. Dezember. Und zu Weihnachten wünsche ich mir, dass endlich jemand auf die Idee kommt das Januarloch auf Mitte Dezember vorzuverlegen. Denn spätestens nach 14 Tagen Weihnachtstimmung wünsche ich mir nichts sehnlicher, als mich an einem bedrückenden und stimmungslosen Winterblues erfreuen können.